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Kreis Mettmann
Milchbauern kämpfen ums Überleben

Kreis Mettmann: Milchbauern kämpfen ums Überleben
Landwirt Rainer Stiefeling (2. von links) stellte Landrat Thomas Hendele (weiß, Bildmitte) gestern seinen Milchvieh- und Rindermast- Betrieb vor. FOTO: janicki
Kreis Mettmann. Landrat besuchte gestern zwei Milchbauern. Nach dem Milchpreis-Tief traf sie der Gülle-Schock. Von Dirk Neubauer

Gemolken wird maschinell, aber ohne Roboter. Gut zwei Stunden dauert das bei 100 Milchkühen und mit doppelt guter Aussicht. Draußen vor dem Stall hatte Landrat Thomas Hendele gerade eben einen der schönsten Ausblicke Nordrhein-Westfalens genossen - aus 300 Metern Höhe über das Tal hinweg bis zum Wuppertaler Stadtrand. Ein Nachbar warnte Bauer Rainer Stiefeling: "Pass bloß auf, sonst machen sie noch ein Naturschutzgebiet aus Deinem Acker!" Der Hausherr zog ein undurchdringliches Poker-Gesicht. Und lenkte den Blick auf Panorama zwei: Farbe auf Beton, grüne Wiese und Kühe. Eigentlich wie vor der Tür, nur dass hier Wandmaler aus Köln zu Werke gingen. "Als die Kühe zum ersten Mal in den Melkraum kamen, haben sie schon gestutzt." Rindermast, Milchwirtschaft und Getreideanbau - auf den drei Säulen ruht der Hof von Rainer und Annette Stiefeling: 125 Fußballfelder, 40 Mastbullen, 100 Milchkühe. Das vergangene Jahr 2016 hat tiefe Löcher in ihr Vermögen gerissen, "an denen wir noch heute arbeiten!" Mittlerweile hat sich der Milchpreis wieder so weit berappelt, dass wenigstens die Kosten gedeckt sind. Doch für die jetzt notwendigen Investitionen bleibe nichts übrig. Ohne die tatkräftige Mithilfe von Sohn und Tochter ginge es gar nicht. Das wollen Stiefeling und der rheinische Landwirtschafts-Verband dem Landrat Hendele und seinen Beamten deutlich machen, die sich gestern im Rahmen der "Bereisung" in den äußersten Nordostzipfel des Kreises Mettmann wagten.

Denn auf den Milchpreissturz folgte der Gülleschock: Weil zuviel Nitrat im Trinkwasser ist, verschärften Bund und Länder die Düngevorschriften. Das Jauchesilo hat Stiefeling schon.Vor der neuen Bürokratie mit einer neuer Stromgrößen-Rechnung graust ihm noch. "Doch es kommt alles, nach und nach. Schön wäre es, wenn die Einhaltung mit Augenmaß überwacht würde..."

Landrat Hendele nickt, sagt aber auch: "Diese Verordnungen machen ja nicht wir; wir sollen sie bloß kontrollieren."

Quelle: RP
 
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