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Monheim/Urdenbach
Mit dem Planwagen durch die Kämpe

Monheim/Urdenbach: Mit dem Planwagen durch die Kämpe
Die Teilnehmer der Planwagenfahrt in der Kämpe mit Elke Löpke (Mitte, in Blau) und Bauer Robert Bossmann (r.). FOTO: Ralph Matzerath
Monheim/Urdenbach. Grundlagen des Ackerbaus und des Natur- und Trinkwasserschutzes standen bei der Fahrt im Mittelpunkt. Von Beate Gostincar-Walther

Das lässt sich Praktikantin Lea nicht zweimal sagen. Begeistert schwingt sich die junge Frau auf den Traktor, setzt 160 Pferdestärken in Gang und schaukelt mit dem riesigen Planwagen auf durchfurchten Wegen kreuz und quer durch die Felder und Wiesen der Urdenbacher Kämpe.

An Bord Teilnehmer der Veranstaltung "Landwirtschaft zum Anfassen". Als kundige und humorvolle Begleiter sind Elke Loepke von der Biologischen Station Haus Bürgel und Landwirt Robert Bossmann dabei. Richtig, der Erdbeerbauer. Doch dieses Mal geht es nicht um süße Früchte, sondern um Grundlagen des Ackerbaus, um den Natur- und Trinkwasserschutz. Manches Thema bringen die Planwagenpassagiere von sich aus zur Sprache.

Zunächst geht es Richtung Baumberg vorüber an großen Feldern auf denen jeweils eine Getreidesorte angebaut wird. Die Gäste erfahren: Je größer die Fläche für den Anbau einer Frucht, desto rentabler ist das Ganze. Bossmann pflückt Weizen, Dinkel, eine Zuckerrübe und demonstriert anschaulich den Unterschied der Körner. In den Händen zerrieben oder zwischen den Zähnen gekaut, wird schnell klar, was Dinkel und was Weizen ist. Dass sich ertragsreiche und sandige Böden an dem Schopf der Zuckerrüben mit bloßem Auge erkennen lassen, lockt ein erkenntnisreiches "Ahh" bei Teilnehmern hervor.

"Wo der Rhein oft 'rübergeht, da ist der beste Boden", erklärt der Landwirt. Elke Loepke zeigt auf einer Karte mit zahlreichen Blautönen, wie die Kämpe dank des Rheins ausgestattet ist. Weiter geht's zum Thema Düngen. "Sind sie ein halber Chemiker?", fragt ein Teilnehmer. Bossmann lacht wissend und hält einen gut verständlichen Kurz-Vortrag über Bodenbeschaffenheit, die Vor- und Nachteile von Kunstdünger und organischem Dünger. Die Stichworte sind Bodenanalysen, Stickstoff, Phosphor, Nitratwerte.

Nach kurzen Zwischenstopps ist immer wieder Seefestigkeit gefragt, der Planwagen schaukelt über die Feldwege. Vorne im Traktor sitzt begeistert der zehnjährige Nelios. Als einziges Kind in der Runde, ließ er sich die Einladung auf den Traktor-Truck nicht entgehen. Robert Bossmann erklärt, dass er sich von einer Baustelle ausgebaggerte Erde zur Bodenverbesserung besorgt hat. "Und wie lange hält das vor?", will ein älterer Herr wissen. "Ewig", gibt Bossmann knapp zurück.

"Die Zuckerrübe sieht nicht gut aus, das hat mit der Trockenheit in diesem Jahr zu tun", sagt Bossmann und zeigt auf mehrere kleine Wurzeln. Eine gesunde Rübe habe eine einzige Wurzel, die ellenlang in der Erde stecke. Landwirtschaft zum Anfassen ist spannend. Zwischendurch gibt es immer wieder Diskussionsstoff - über die leidige Gülle.

Die Passagiere geben dem Programm eine kritische Note: Es geht um Nachhaltigkeit und Massentierhaltung. Bauer Bossmann scheut kein Thema. "Das ist lehrreich", zieht eine ältere Frau Bilanz. "Und spannend", ergänzt ihr Mann. Die anderen nicken zustimmend. Zeit für Diskussionen gibt es reichlich, denn von Haus Bürgel geht's durch die Kämpe, anschließend brettert das Gefährt den Baumberger Weg entlang bis Urdenbach. Dann Richtung Anleger und querbeet zurück nach Haus Bürgel.

Quelle: RP
 
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