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Langenfeld
Mit diesen Kolleg-Schülern muss man rechnen

Langenfeld. Vier Technik-Gymnasiasten des Berufskollegs Hilden nahmen an der Mathe-Olympiade in Monheim teil.

Die Wand eines Gebäudes soll mit einem rechteckigen Streifen verziert werden, der aus zwei Reihen quadratischer Fliesen besteht. In jeder der beiden Reihen sollen Fliesen angebracht werden. Der Auftraggeber möchte, dass sich direkt neben- und untereinander angeordnete Fliesen farblich unterscheiden. Es stehen Fliesen in drei verschiedenen Farbtönen zur Verfügung. Man ermittle in Abhängigkeit von der ganzen Zahl n = 1 die Anzahl aller möglichen Farbmuster. Mit solch kniffligen Problemen mussten sich die Teilnehmer der Mathe-Olympiade auseinandersetzen.

80 Gymnasiasten aus dem Südkreis Mettmann waren zum Regionalwettbewerb eingeladen. Unter ihnen als einziges Berufskolleg das Kolleg Hilden. Gleich vier Schüler des Technischen Gymnasiums qualifizierten sich für die erste Auswahlrunde. In Monheim konnten sie nun mit weiteren sechs Gymnasiasten ihre Mathe-Fähigkeiten an komplexen Aufgaben auf anspruchsvollem Oberstufenniveau testen. Mit Erfolg: Alle Vier haben die zweite Runde der Olympiade geschafft. Mit Jörn Nöller und Paul Veitl konnte das Berufskolleg Hilden gleich zwei erste Plätze erringen.

Nöller bewältigte die Aufgaben dabei als Bester seines Jahrgangs. Zusammen mit zwei weiteren Schülern aus dem 80er-Feld wird er sich nun im Februar in der Landesrunde in Dortmund mit den Mathe-Cracks aus ganz NRW messen. "Das zeigt, dass wir den Vergleich mit den Gymnasien wirklich nicht zu scheuen brauchen", freut sich Mathelehrer Sergey Kuzminskiy. Der Diplom-Ingenieur hat viele Jahre an der TU Moskau gelehrt. Gemeinsam mit Mathelehrerin Grit Stötzner hat er die Schüler auf die Mathe-Olympiade vorbereitet.

"Mein Beitrag bestand darin, die außerordentliche mathematische Begabung von Herrn Nöller zu erkennen", sagt Stötzner. Schulleiter Peter Schwafferts freut sich ebenfalls über diesen Erfolg: "Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass Kolleg-Schüler sehr gut auf ein Studium vorbereitet sind." Tatsächlich sind die Abbrecherzahlen von Kolleg-Schülern vergleichsweise sehr gering. Mittlerweile kommt etwa jeder zehnte Abiturient in NRW vom Beruflichen Gymnasium. 2014 haben dort 8317 Schüler ihr Abi gemacht.

Mit Annabelle Schlick und Laura Steinbauer waren 50 Prozent der erfolgreichen Teilnehmer des Berufskollegs Hilden Frauen, betont Initiator Dirk Hardy. Und das Ergebnis? Lautet: an = 2 · 3n. Hätten Sie's gewusst?

(cis)
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