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Monheim/Leverkusen
Mit zwei Fähren den Rhein überqueren

Monheim/Leverkusen: Mit zwei Fähren den Rhein überqueren
Im Frühlingslicht erstrahlt das Piwipper Böötchen, das im Winter gewartet und herausgeputzt wurde. FOTO: Armin Opherden
Monheim/Leverkusen. Das "Piwipper Böötchen" und die Fähre "Fritz Middelanis" ermöglichen eine Rundtour für Radfahrer und Wanderer. Von Stephan Meisel

Eine Runde zu Wasser und zu Lande ist gleichermaßen für Radfahrer und Wanderer geeignet. Sie ist in dieser Form indes nur an Wochenenden und Feiertagen möglich. Bei unserer "Zwei-Fähren-Tour" überqueren wir den Rhein von Monheim aus auf dem "Piwipper Böötchen"; zurück aufs rechte Ufer nach Leverkusen-Hitdorf bringt uns später die Fähre "Fritz Middelanis" - und unterwegs haben wir fast immer den Rhein neben uns im Blick.

Wir starten an der Monheimer Anlegestelle des Böötchen, die sich etwa unterhalb des Deusser-Hauses (An d'r Kapell) befindet. Auf Dormagener Seite steuert die 2012 nach 35 Jahren Stillstand von einem Förderverein wiederbelebte Fähre das Landgasthaus "Piwipp" an. Samstags, sonntags und feiertags ist das Schiff von 10.30 bis 18 Uhr im Pendelverkehr (bei schlechtem Wetter halbstündlich) im Einsatz. Maximal 25 Fahrgäste, auch mit Fahrrädern, dürfen befördert werden - Erwachsene zahlen (mit oder ohne Rad) 2 Euro, Kinder die Hälfte. In der dritten Vollsaison begleiten Helfer des Vereins "Piwipper Böötchen" die Überfahrten ehrenamtlich. In diesem Jahr dauert der Fährbetrieb bis zum 18. Oktober - bei schönem Wetter vielleicht auch etwas länger.

Nach einem Imbiss oder einem Kaffee auf Dormagener Seite im Haus Piwipp wandern wir entlang des Rheinufers in Richtung Süden. Sind wir mit dem Fahrrad unterwegs, dann führt die Tour zunächst ein Stück vom Wasser weg über die Piwipper Straße. Nach einer starken Linkskurve gelangen wir auf einen Radweg, der dann immer weiter geradeaus auf den Rheindamm führt. So nähern wir uns wieder dem Wasser, fahren parallel zum Rhein entlang der Neusser Landstraße, bis links am Langeler Damm ein Radweg abzweigt und uns zur Rheinfähre "Fritz Middelanis" bringt.

Seit 1962 verbindet sie Köln-Langel auf dem Wasserweg mit Hitdorf. Auch Autos und sogar Lastwagen nutzen diese Direktverbindung, die wegen der maroden A1-Autobahnbrücke gefragter denn je ist. Die Fähre verkehrt montags bis freitags von 6 Uhr bis 20.15 Uhr samstags, sonntags und feiertags von 9 Uhr bis 20.15 Uhr. Erwachsene Wanderer zahlen einen Euro, Kinder 50 Cent. Für Fahrräder wird ein Aufschlag von bis zu 80 Cent fällig. Schon 1729 wurde das Führrecht an dieser Stelle erstmals beurkundet, seit 1930 ist eine Autofähre bei Stromkilometer 705 im Einsatz. Die 1962 in Betrieb genommene "Fritz Middelanis" ist 42 Meter lang, elf Meter breit und wird von vier 80 PS-Motoren angetrieben. Die beiden Dieseltanks fassen je 3250 Liter. Bei einer Ladefläche von 257 Quadratmetern trägt sie 65 Tonnen. Es dürfen 250 Personen oder 21 Autos mitfahren.

In Hitdorf gehen wir von Bord und fahren nach links mit Blick aufs Wasser entlang der Rheinstraße nach Monheim, dort weiter entlang der Rheinuferstraße und biegen eingangs der Bleer Straße nach links auf den Radweg durchs Rheinvorland ab, der auf dem Deich zurück zum Ausgangspunkt unserer Runde führt: der Anlegestelle des "Piwipper Böötchen".

Quelle: RP
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