| 00.00 Uhr

Langenfeld
Mode und Möbel mit viel Geschichte

Langenfeld. Nostalgie liegt im Trend. Dafür gibt es unter anderem den "Vintage Store". Von Semiha Ünlü

Im Schaufenster an der Düsselstraße ist die Zeit stehengeblieben, irgendwann zwischen den 1940er und 1950er Jahren. Handbestickte Gobelin-Taschen mit Blumenmustern liegen dort in zeitgemäßer Gesellschaft wie Regenschirmen aus Stoff, langen, blumigen Kleidern und diesen Tischlampen mit großen Schirmen, die sich viele Menschen jetzt gerne wieder ins Wohn- oder Schlafzimmer stellen.

Claudia Hoehne, Inhaberin des Shops "Vintage Store" (ehemals "Villa Oliva"), macht da keine Ausnahme: Mühelos könnte sie in ihrem Outfit in einem Film über diese Zeit mitspielen, in einer Agatha-Christie-Krimiverfilmung oder einem Liebesfilm wie "Der englische Patient".

Das Unterbilker Geschäft ist eine beliebte und erlesene Adresse für Mode, Schmuck und Accessoires mit Geschichte. Claudia Hoehne, die sich vor kurzem mit zwei Freunden zusammengeschlossen hat und seitdem ihren Laden "Vintage Store" nennt, zog sich schon als Jugendliche gerne anders an als ihre Mitschüler. Sie trug zum Beispiel lieber Kleider statt Jeans. Während andere in die Clubs gingen und zu Disko-Musik tanzten, zelebrierte sie Stepptanz und sah sich die großen Tanzfilme der 1930er und 1940er an - mit dem Traumpaar der Zeit, Fred Astaire und Ginger Rodgers. Als sie vor mehr als 15 Jahren ihren Laden eröffnete, leistete sie Pionierarbeit. Inzwischen boomt das Geschäft mit Mode, Möbeln und Wohnaccessoires weit über Unterbilk hinaus.

Eine dieser neueren Adressen ist die "Vintage-Fabrik" im Stadtteil Pempelfort. Dort konserviert Inhaberin Tabitha Gopp die Zeit der 20er bis 60er Jahre. Jedes originale Möbelstück wird sorgfältig aufbereitet, zum Beispiel Fabrikschränke aus DDR-Zeiten oder alte Turngeräte für den Bocksprung, die schon mal zu Hockern umgearbeitet werden.

Möbel und Wohnaccessoires mit Geschichte zu verkaufen und nicht nur neues auf alt zu machen, ist Gopp wichtig. Denn unter dem Label "Vintage" wird inzwischen viel Neuware verkauft, die in der Regel dafür aber wiederum auch deutlich günstiger ist als "echte" Nostalgiestücke. Ein Beispiel dafür ist der ehemalige "Heubel"-Store in der Carlstadt, wo man nach der Insolvenz nun mit neuem Namen ("Daheim in der Provence") und Konzept einen Neuanfang versucht, um Altes an den Kunden zu bringen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld: Mode und Möbel mit viel Geschichte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.