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Projekt am Rhein
Monheim bekommt einen XXL-Anleger

Monheim bekommt einen XXL-Anleger
Ein Riesenkran und viele Zuschauer: Die waren dabei, als am Dienstag Monheims Rheinanleger montiert wurde. Am 1,4 Millionen Euro teuren Projekt sollen bald Flusskreuzfahrtschiffen, das "Piwipper Böötchen", die Feuerwehr und die Wasserrettung anlegen. Von Sabine Schmitt, Monheim

Der Kran war schon von Weitem zu sehen. Kein Wunder: Denn wer einen XXL-Steg montieren will, braucht auch einen XXL-Kran. Genauer gesagt einen 500-Tonnen-Autokran.

Dienstagmorgen um acht Uhr ging es los. Der Riesenkran hob die ersten Riesenbauteile für Monheims Schiffanleger bei Rheinstrom-Kilometer 713 in Position. In den nächsten Tagen soll es weitergehen. Dann allersdings ohne Riesenkran. Der ist schon wieder weg.

Hier entsteht der Monheimer Rheinanleger FOTO: Ralf Matzerath

Vom Ufer soll dann bald ein etwa 70 Meter langer Steg aus zwei Brücken in den Fluss ragen. Der Steg wird am Ufer befestigt und ruht im Wasser auf einem Zwischen- und einem Anlegeponton. Den Anlegeponton für die Schiffe bringen die Montage-Experten jetzt schwimmend in Position.

Die Installation des Zwischenpontons war aufwendiger. Eigentlich habe man auch diese Plattform einschwimmen lassen wollen, erklärte Andreas Apsel, Bereichsleiter für Straßen und Kanäle bei der Stadt Monheim. Dann aber machte der Rheinpegel einen Strich durch die Rechnung. Der aktuelle Stand nach Kölner Pegel liegt bei 2,25 Metern – das ist deutlich zu niedrig. Und so kommt es, dass der Zwischenponton erst mal auf dem Trockenen liegt – beziehungsweise auf Beton. So offenbart sich dann aber auch noch mal eindrucksvoll die Größe des Anlegers.

Die Pläne dafür hatten schon in der Vergangenheit über die Stadt hinaus immer wieder Aufmerksamkeit erregt: Die Anlage soll bis zu 135 Meter langen Charter- und Flusskreuzfahrtschiffen als Liegeplatz dienen. Das ist die Kategorie der größten Passagierschiffe auf dem Rhein.

Außerdem wird die Anlage Liegeplatz für wichtige Monheimer Boote: Die Fähre Piwipper Böötchen, die Feuerwehr und die DLRG sollen hier anlegen. Unter den vielen Zuschauern, die gestern am Rheinufer das Spektakel der Positionierung beobachteten, war deshalb zum Beispiel auch Heiner Müller-Krumbhaar vom Verein Piwipper Böötchen. Er vergleicht die Größe des Zwischenpontons mit der eines Familien-Bungalows – die Maße: sieben Meter breit, siebzehn Meter lang, drei Meter hoch. Projektleiter Florian Sandner aus dem städtischen Bereich Bauwesen nennt das Gewicht: "Das Zwischenponton ist etwa 40 Tonnen schwer und die beiden Landbrücken jeweils etwa 17 Tonnen."

Wie geht es jetzt weiter? Nach der Montage muss die Technik installiert werden, sagt die Stadt, die für den Bau zuständig ist. Damit auch Schiffe mit größerem Tiefgang problemlos anlegen können, müsse außerdem auch der Rhein auf Höhe des Anlegers noch vertieft werden.
Die Eröffnung des Steigers ist für den 28. September geplant. Organisatorin Maximiliane Richtzenhain von der Wirtschaftsförderung sagt, dann soll es eine Flussrundfahrt geben. Ein Teil der Plätze für die Fahrt würden über eine Gästeliste vergeben, der Rest gehe über Marke Monheim in den Verkauf.

Für Heiner Müller-Krumbhaar vom Piwipper Böötchen steht schon jetzt fest: "Der Anleger wird toll." Bevor er und sein Team aber von dort aus starten und landen, brauche es noch ein wenig Übung. Für die nächste Saison will der Verein dann noch etwas am Piwipper Böötchen ändern. Es soll so umgebaut werden, dass Passagiere mit beiden Seiten anlegen kann. Das spare Zeit, sagt Müller-Krumbhaar. An Tagen mit schönem Wetter schippert das Böötchen derzeit bis zu 1000 Leute über den Rhein. "Mehr geht aktuell nicht", sagt Müller-Krumbhaar. Mit einer neuen Anlagetechnik dann später vielleicht schon.

Das Zwischenponton, auf halber Strecke zum Schiff, übrigens soll später auch für Spaziergänger geöffnet sein. Gesamtkosten für das Projekt: etwa 1,4 Millionen Euro.

 
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