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Monheim
Monheim hat eine neue Partnerstadt

Monheim: Monheim hat eine neue Partnerstadt
Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (l.) und Ilhami Yilmaz, Repräsentant des Istanbuler Bezirks Atasehir, unterzeichnen die Partnerschaftsurkunden. FOTO: Matzerath
Monheim. Die Partnerschaft mit dem Istanbuler Bezirk Atasehir ist besiegelt. Zum Festakt gab es ein großes Kulturprogramm. Von Dirk Neubauer

Die sechste Tafel hängt. Am Wegweiser aller Monheimer Städtepartnerschaften vor dem Rathaus zeigt seit Samstag ein weiterer Pfeil in Richtung Süd-Ost. Er weist auf einen der 39 Stadtbezirke der 16 Millionen Einwohner zählenden Metropole Istanbul, auf Atasehir in der Türkei. Während ein Kulturprogramm auf dem Rathausvorplatz den Bogen spannte zwischen sich drehenden Derwischen und dem Männergesangverein Harmonie mit dem Gänseliesellied, unterschrieben im Ratssaal Bürgermeister Daniel Zimmermann und Vize-Bürgermeister Ilhami Yilmaz vor zahlreichen Ehrengästen aus beiden Städten die Urkunden des neuen Bundes.

Impressionen der Städtepartnerschaft Monheim-Atasehir

Yilmaz verwies in seiner Ansprache darauf, "dass diese Städtefreundschaft mit der Freundschaft unserer Kinder begonnen hat. Wir freuen uns deshalb auf eine intensive Zusammenarbeit." Seit 2012 besucht die deutsch-türkische Tanzgruppe am Otto-Hahn-Gymnasium das Caalolu Anadolu Lisesi und tritt dort zum türkischen Kindertag mit großem Erfolg auf. So haben sich Monheim und das nach Einwohnerzahl neun Mal größere Atasehir gewissermaßen Tanzschritt für Tanzschritt einander angenähert. Große Herzlichkeit prägen die Gesten und Worte auf beiden Seiten. Vizebürgermeister Yilmaz und Hasan Erizgi vom Türkischen Generalkonsulat in Düsseldorf betonten beim Festakt, dass die Türken nicht von einer "Städtepartnerschaft" sprächen. Die könne man schließlich jederzeit beenden. Die wörtliche Übersetzung des türkischen Begriffs bedeute "Städte-Brüder-/Schwesternschaft." Damit sei gemeint, dass man ab sofort alles miteinander teile - Freud und Leid.

Bürgermeister Daniel Zimmer betonte, dass Monheim durch die Städtebrüderschaft Nummer sechs eine der wenigen deutschen Städte sei, die einen solchen Bund sowohl mit einer jüdischen Stadt - Tirat Carmel - als auch mit einer Stadt des islamischen Kulturkreises unterhalte. Den Kritikern solcher weltweit geknüpften Bande schrieb der Bürgermeister ins Stammbuch: "Die Pflege internationaler Beziehungen ist in Zeiten der Globalisierung unerlässlich. Sie stärkt die so wichtige internationale Kompetenz."

Zudem verwies Zimmermann in seiner Rede darauf, dass derzeit 1557 Menschen türkischer Staatsangehörigkeit in Monheim lebten. Hinzu kämen 519 weitere Frauen und Männer mit türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit und "mindestens noch einmal so viele, deren Eltern oder Großeltern aus der Türkei zu uns kamen." Jeder zehnte Monheimer habe somit türkische Wurzeln.

Nach dem Festakt sagte Zimmermann, es gebe bereits zahlreiche Interessenten für Kontakte zur neuen Städte-Schwester Atasehir - auf beiden Seiten. Dazu gehörten weitere Schulen und auf der türkischen Seite eine Berufsvereinigung von Richtern und Staatsanwälten, die an einem Austausch interessiert seien. Zimmermann ermutigte Monheimer Vereine, den Dialog mit Atasehir aufzunehmen. Solch ein Bund zwischen zwei Städten könne nicht von oben herab verordnet werden, sondern müsse in den kommenden Jahren wachsen.

Quelle: RP
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