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Monheim
Monheim hat jetzt kreatives Mini-Kaufhaus

Monheim: Monheim hat jetzt kreatives Mini-Kaufhaus
Dagmar Reufels-Janzen führt in der Monheimer Altstadt den Laden "Fachzimmer", in dem Kreative Unikate zum Verkauf anbieten. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Für das Minikaufhaus von Dagmar Reufels-Janzen an der Turmstraße muss man sich Zeit nehmen - eine Menge Zeit zum Entdecken. Seit zwei Monaten ist das "Fachzimmer" nach einer Jahrespause wieder geöffnet. Von Isabel Klaas

Reufels-Janzen, 59 Jahre alt und Mutter von zwei erwachsenen Kindern, vermietet Fächer und Bügel monatsweise an Kreative aus ganz Deutschland, die dort ihre Unikate ausstellen können. "Das war schon immer mein Traum", sagt die gelernte Kauffrau, die 13 Jahre lang bei RTL gearbeitet hat; zuletzt dort in der Personalabteilung.

Reufels-Janzen ist selbst solch eine Fricklerin. Seit 2008 hatte sie sich nebenberuflich der kreativen Näherei und dem Verkauf ihrer Produkte im Shabby/Vintage-Design gewidmet. "Irgendwann nahm das überhand. Und ich wusste: Das hier muss ich zu meinem Beruf machen. Und wenn nicht jetzt, wann dann?" Wegen eines Krankheitsfalles in der Familie musste sie ein Jahr lang schließen und ist jetzt wieder da.

Derzeit sind es nicht nur Taschen im Edel-Punk-Stil, sondern vor allem ihre neu gestalteten Armee-Jacken, die die Herzen individueller Frauen entzücken. Da wird aus einer schlichten grünen, nutzwertigen Drillich-Jacke ein witziger Janker im Trachtenlook mit Hirschhornknöpfen, Dirndl-Spitze, Samtpaspelierung und Edelweiß-Ansteckern. Der hat es auch Carla Krömer aus Langenfeld angetan, die sich an den 60er-Jahre-Designs gar nicht satt sehen kann und ein Auge auf den Schmuck aus Gabeln und Löffeln geworfen hat. "Ich wusste gar nicht, dass es in Monheim so witzige Läden gibt", sagt sie.

Für solche Menschen, wie sie selbst einer ist, hat Reufels ein offenes Herz und ein Plätzchen im Kleinkaufhaus. 35 Anbieter präsentiert sie derzeit mit Schmuck aus Beton oder im Haribo-Format, mit kunterbunten Wenderöckchen, Schlabberlätzchen mit witzigen Aufdrucken wie "Ich bin nicht dick, nur ein bisschen fluffig", mit selbst produziertem Likör und Essig, USB-Sticks mit Leuchtdiode, Kinderschürzen, Blusen aus 60er-Jahre-Stoff und vielem mehr. Sogar zwei Männer liefern ihr Produkte zum Verkauf.

"Ich bin ausgebucht", sagt sie und verweist auf die gut gefüllten Fächer. "Ich will einfach etwas fernab des Mainstreams präsentieren. Ich finde es spannend, die Ideen anderer Menschen kennenzulernen." Deshalb auch das Konzept, fachweise Ausstellungsraum zu vermieten. Die kleinste Mietfläche in ihrem Laden ist 33 mal 33 Zentimeter groß und kostet 15 Euro im Monat. Die meisten Untermieter bleiben direkt für länger. Selbst aufgepeppte kleine Möbelstücke und Lampen aus Treibholz finden ihren Platz im bunten Angebotsgewusel des Fachzimmers.

Für Dagmar Reufels-Janzen ist der überbordend volle Geschäftsraum ein Lieblingsplatz, in dem sie sich gerne aufhält. "Eine Boutique wäre mir viel zu eintönig", sagt sie, "daran hätte ich keinen Spaß."

Ein bisschen Boutique gibt es dennoch im Hinterzimmer. Dort hängt eine kleine Secondhand-Auswahl ausgefallener Kleidungsstücke, alles von der Geschäftsinhaberin ausgesucht.

Ja, sagt sie, sie fühlt sich wohl an der Turmstraße 11 in direkter Nachbarschaft des Kreativcafés "Mit Liebe", des Antiquitätengeschäfts von Barbara Kurzreuter und der Weinstube, die ebenfalls in weiblicher Hand ist. "Eine echte Mädelsstraße hier", bestätigt sie.

Quelle: RP
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