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Monheim
Monheim hat jetzt vier Jugendbotschafter

Monheim: Monheim  hat  jetzt vier Jugendbotschafter
Mitglieder des Integrationsrates umrahmen die vier mittig stehenden Jugendbotschafter Abdelmalek Bouzahra, Jihane El Ghardati, Ebru Özyurt und Büsra Özer (v.l.n.r.). Dahinter steht Projektleiterin Stefanie Schneider. FOTO: Thomas Spekowius
Monheim. Die sozial engagierten jungen Migranten sollen andere ermutigen, sich mit dem Ausbildungssystem zu befassen. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Ich habe mich immer für viele Berufsfelder interessiert und mich darüber bei der Agentur für Arbeit und im Internet informiert", sagt Abdelmalek Bouzahra. Der 21-jährige Monheimer studiert Verkehrswirtschaftsingenieurswesen in Wuppertal und sagt: "Es gefällt mir gut". Viele andere junge Menschen verfolgen ihr Berufsziel nicht so zielstrebig, sind völlig orientierungslos. Bouzahra möchte jungen Erwachsenen, die wie er einen Migrationshintergrund haben, bei der Berufswahl helfen. Deshalb hat er sich als Jugendbotschafter des Kreises Mettmann rekrutieren lassen.

Dieses Projekt des Kreisintegrationszentrums Mettmann wurde 2015 ins Leben gerufen. Es soll Bildungs- und Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte verbessern. "Wir erreichen die Jugendlichen selber nicht so gut, deshalb setzen wir auf engagierte junge Leute vor Ort, die eine gewisse Vorbildfunktion haben und ihre Altersgenossen etwas an die Hand nehmen können", sagt Projektleiterin Stefanie Schneider, im Zentrum für den Übergang Schule-Beruf zuständig. Nachdem sich die Sozialarbeiterin bei der Suche nach Kandidaten zunächst an die Moscheevereine gewandt hatte, bezog sie e auch Vereine und interessierte Bürger ein. Hans-Peter Anstatt vom städtischen Integrationsbüro vermittelte den Kontakt zu Bouzahra, der sich neben seiner Arbeit im Integrationsrat auch in der Hausaufgabenhilfe engagiert. Auch Ebru Özyurt, ein Mitglied des Monheimer Jugendparlaments, wurde so angeworben. Die anderen Monheimer Jugendbotschafter sind Jihane El Ghardati und Büsra Özer.

Hauptproblem vieler Jugendlicher ist es, so Schneider, "dass sie gerade mal drei Berufe kennen." Dabei gebe es eine ungeheure Bandbreite an Ausbildungsberufen. Hauptaufgabe der Jugendbotschafter soll daher sein, selbstständig Veranstaltungen rund um das Thema Ausbildung und Beruf zu planen und zu organisieren - und bei der Zielgruppe dafür zu werben. Dafür haben sie zunächst eine praxisnahe Schulung erhalten. Im Stadtteilbüro war jetzt die erste Infoveranstaltung "Ausbildungsberufe und -chancen". Alexandra Göbel von der Agentur für Arbeit informierte über das duale Ausbildungssystem, eine Studentin redete über ihre Motivation, einen Hochschulabschluss zu erwerben. "Wir haben selbst Flyer entworfen und verteilt und in den Sozialen Medien geworben", sagt Bouzahra. Die Schwelle ist niedrig, das Angebot liegt vor der Haustür. 20 Jugendliche ließen sich locken.

Die Jugendbotschafter entscheiden selber über die Themenschwerpunkte, so Schneider. Es kann um Bewerbungstraining, den Weg zum "richtigen Beruf" oder Gefahren des Internets gehen. "Natürlich brauchen sie Hilfestellung, aber ansonsten sind sie sehr eigenständig. Wichtig ist, dass sie Lust haben, so etwas zu machen."

Quelle: RP
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