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Brand in Monheim
Rettung durch Mund-zu-Hund-Beatmung

Fotos: Brand in Monheim
Fotos: Brand in Monheim FOTO: Patrick Schüller
Monheim. Bei einem Brand in zwei Mehrfamilienhäusern in Monheim haben die Rettungskräfte echte Tierliebe bewiesen: Ein Feuerwehrmann leistete Hund Moony Erste Hilfe. Da das Beatmungsgerät nicht auf die Hundeschnauze passte, rettete der Beamte dem Vierbeiner durch eine Herzrhythmus-Massage und eine Mund-zu-Schnauze-Beatmung das Leben. Von Tanja Karrasch und Stephan Meisel

Anschließend wurde der Hund, offenbar ein Husky-Mix, mit einer Rettungsdecke warmgehalten. Ein Notarzt habe einen Blick auf den tierischen Patienten geworfen, sagte Torsten Schlender, stellvertretender Leiter der Feuerwehr- und Rettungswache Monheim. In einem stabilen Zustand wurde der Hund anschließend in die Tierklinik Neandertal in Haan gebracht. "Die Rettungsassistenten können natürlich nicht nur Menschen retten, aber das war schon ein außergewöhnlicher Einsatz", erklärte Schlender. Für einen weiteren Hund kam jede Hilfe zu spät – Er kam bei dem Feuer ums Leben.

Schaden von etwa 300.000 Euro

Der Wohnhausbrand, bei dem drei Menschen Rauchvergiftungen erlitten und ein Schaden von rund 300.000 Euro entstand, reiht sich in eine Serie von Brandstiftungen im so genannten Berliner Viertel ein. Diesmal hatten Unbekannte laut Polizei ein eingezäuntes Gartenhäuschen angezündet, von dem aus die Flammen dann auf die Erdgeschosswohnungen übergriffen. Seit Anfang letzten Jahres gingen im Berliner Viertel in insgesamt acht Fällen mindestens 15 Autos und zehn Motorräder in Flammen auf. Einige davon standen in einem Parkhaus, in dem zuletzt zweimal Feuer gelegt wurde und das direkt an die beiden Mehrfamilienhäuser des jüngsten Falls angrenzt.

Laut Polizeisprecher Ulrich Löhe gab es im Kreis Mettmann bislang noch keine vergleichbare Serie. "Deshalb sind bei uns alle sensibilisiert, achten auch bei nächtlichen Streifenfahrten auf verdächtige Personen." Doch habe die Polizei bislang noch keine konkreten Ansatzpunkte. "Leider gibt es null verwertbare Zeugenhinweise. Mag sein, dass es daran liegt, dass die Taten meist in der Nacht sind, wenn Otto Normalbürger schon schläft."

Als zusätzlichen Anreiz hatte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann unter dem Eindruck von Brandstiftungen, bei denen Menschen in angrenzenden Wohnhäusern gefährdet worden waren, eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. "Diese Belohnung zur Festnahme der Serientäter gilt immer noch", bestätigte Zimmermann nach dem Fall vom Dienstagabend. "Wer ein Feuer legt, riskiert immer, dass Menschen gefährdet werden –Anwohner oder Feuerwehrleute."

 

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