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Brand in Monheim
Feuerwehr rettet Hund durch Mund-zu-Schnauze-Beatmung

Fotos: Brand in Monheim
Fotos: Brand in Monheim FOTO: Patrick Schüller
Monheim. Am Dienstagabend hat es in zwei Mehrfamilienhäusern in Monheim gebrannt. Fünf Wohnungen wurden dabei zerstört, die Bewohner konnten sich retten. Für Hund Moony wurde ein Feuerwehrmann zum Lebensretter - er hat das Tier wiederbelebt. Die Geschichte eines außergewöhnlichen Einsatzes.  Von Tanja Karrasch

Es ist kurz nach 21 Uhr, als der Notruf bei der Feuerwehr Monheim eingeht. Flammen schlagen bereits aus zwei Wohnungen im Erdgeschoß, als der erste Löschzug an der Schöneberger Straße eintrifft. Die Flammen greifen auch auf die darüber liegenden Geschosse über.

Die Feuerwehrkräfte arbeiten konzentriert daran, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Gleichzeitig suchen sie im Treppenhaus nach Menschen, brechen zahlreiche Wohnungen gewaltsam auf, um sicherzugehen, dass alle Bewohner in Sicherheit sind. Und tatsächlich: Alle Menschen konnten sich selbst ins Freie retten. Drei Anwohner müssen notärztlich versorgt werden, da sie Rauchgas eingeatmet haben. Einer von ihnen wird ins Krankenhaus gebracht.

In der Wohnung von Anwohnerin Gabriela Meis, die zu diesem Zeitpunkt noch auf ihrer Arbeitsstelle ist, werden die Feuerwehrkräfte fündig: Sie retten zwei Hunde aus dem Haus. "Für einen der beiden Hunde kam jede Hilfe zu spät, der andere lag in den letzten Zügen", sagt Torsten Schlender, stellvertretender Leiter der Feuerwehr- und Rettungswache Monheim.

Erste Hilfe für den Husky-Mix

Dann beweisen die Feuerwehrleute echte Tierliebe: Mit vollem Einsatz versuchen sie, das Leben des Hundes Moony zu retten. Ein Feuerwehrmann leistet Erste Hilfe durch eine Herzrhythmus-Massage und eine Hund-zu-Schnauze-Beatmung, da das Beatmungsgerät nicht auf die Hundeschnauze passt. "Die Rettungsassistenen können natürlich nicht nur Menschen retten, aber das war schon ein außergewöhnlicher Einsatz", sagt Schlender.

Der engagierte Wiederbelebungsversuch ist erfolgreich. Anschließend wird Moony, offenbar ein Husky-Mix, mit einer Rettungsdecke warmgehalten. Sogar der Notarzt habe einen Blick auf den tierischen Patienten geworfen, berichtet Schlender. In einem stabilen Zustand kann der Hund anschließend in die Tierklinik Neandertal in Hilden gebracht werden. 

Wohnungen sind komplett zerstört

Um kurz vor Mitternacht ist der Einsatz beendet, in eines der Wohnhäuser können die Anwohner zurück. Die Bewohner des zweiten Hauses müssen in einem Hotel untergebracht werden. Insgesamt fünf Wohnungen hat das Feuer komplett zerstört, vier Wohnungen sind durch Rauchschäden massiv beschädigt. 

Am Tag nach dem Brand sucht nun die Kriminalpolizei nach der Brandursache. Viele Anwohner haben nicht nur ihr Zuhause sondern auch viele Wertsachen und Erinnerungsstücke in den Flammen verloren. Auch Gabriela Meis hat ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein Hoffnungsschimmer: Moony kann heute schon wieder aus der Tierklinik abgeholt werden. 

(tak)
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