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Monheim
Monheim: Schnelles Netz für alle

Monheim: Monheim: Schnelles Netz für alle
Bürgermeister Daniel Zimmermann und Mega-Chef Udo Jürkenbeck machen den symbolischen Spatenstich zum Ausbau des Glasfasernetzes in Monheim. Die ersten Leitungen werden bereits ab kommender Woche verlegt. FOTO: MATZERATH
Monheim. Der Ausbau des flächendeckenden Glasfasernetzes hat begonnen. Bis 2020 sollen alle Haushalte angeschlossen sein. Von Dorian Audersch

Es ist ein Tag der großen Worte. Udo Jürkenbeck, Geschäftsführer der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung (Mega), spricht von einem "einmaligen Infrastrukturprojekt" in der Region. Bürgermeister Daniel Zimmermann sieht in dem Vorhaben, alle Haushalte im Stadtgebiet mit Glasfaseranschlüssen zu versehen, gar Parallelen zum Jahr 1903. Damals sei Monheim an das Stromnetz angeschlossen worden - und habe sich anschließend von einem verschlafenen Dörfchen zu einer fortschrittlichen Rheingemeinde entwickelt.

"Heute ist wieder ein historischer Tag", ist sich der Verwaltungschef sicher. Mit dem Projekt sieht er Monheim "auf dem Weg an die Spitze der Region", wenn es um flächendeckendes Breitbandnetz geht. "Das ist der Aufbruch in die Technik der Zukunft." Die bisher üblichen Kupferleitungen seien den stetig wachsenden Datenströmen für Internet oder hochauflösendes Fernsehen in absehbarer nicht mehr gewachsen. "Internetanschlüsse werden durch die Lichtwellenleiter wesentlich schneller und Telefonieren sowie Fernsehen erreichen durch Glasfaser eine neue Dimension", meint Jürkenbeck.

Die gesamte Tiefbaustrecke beträgt etwa 180 Kilometer. Noch in diesem Jahr werden die ersten 30 Kilometer an Kabeln verlegt. Insgesamt wird es 220 Kabelverteiler im Stadtgebiet geben. Zwei Tiefbauunternehmen sind mit dem Ausbau beschäftigt. Die Kosten für das ehrgeizige Projekt beziffert Jürkenbeck auf rund 21 Millionen Euro.

Der Süden Monheims und Teile von Baumberg bilden in den kommenden Monaten die ersten Bauabschnitte. Neben dem Österreich-Viertel gehören die Haushalte an Hegelstraße, Holzweg, Zaunswinkel, Heerweg und Brückenschleeweg unter anderem zu den ersten, die von dem Ausbau profitieren. "Wir werden uns sukzessive durch die ganze Stadt graben", kündigt der Mega-Geschäftsführer an. Bis 2020 sollen alle Haushalte angeschlossen sein - wenn die dafür nötige Einverständniserklärung der jeweiligen Eigentümer vorliegt.

"Das Besondere ist, dass wir die Glasfaser tatsächlich bis in die Häuser verlegen", betont Jürkenbeck. In vielen anderen Kommunen reichten die Lichtwellenleiter nur bis zu den Verteilerkästen in der Erde - und die letzten Meter bis in die Häuser seien weiterhin die bald veralteten Kupferleitungen. "Im Rahmen des Ausbaus modernisieren wir, wo es sinnvoll ist, außerdem auch das bestehende Strom-, Gas- und Straßenbeleuchtungsnetz."

Die Mega avanciert damit künftig zu einem Multimedia-Anbieter. Sobald Haushalte am Glasfasernetz hängen, können sie über die städtische Tochter Telefon, Internet und Fernsehen buchen - zu "extrem günstigen Preisen", wie Jürkenbeck betont. "Bei uns gibt es darüber hinaus nur garantierte Bandbreiten." Die Formulierung "bis zu", die in der Branche üblich sei, werde es in den Verträgen nicht geben. Eine Leistung von 25 Mbit pro Sekunde sei künftig der Standard. Damit sich das wirtschaftlich lohnt, müssten allerdings 30 Prozent der Monheimer Haushalte einen entsprechenden Vertrag mit der Mega abschließen. "Wir sind uns sicher, dass wir diese Quote erreichen können."

Quelle: RP
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