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Monheim
Monheim will Biergärten aufmöbeln

Monheim: Monheim will Biergärten aufmöbeln
Wirte wie Pascal Lütz, Markus Preitschak und Andreas Proempeler (v. li.) begrüßen den Vorstoß der Stadt für ein "wertigeres" Erscheinungsbild der Altstadt. Ob auch ein neues Pflaster dazugehören muss, ist aber umstritten. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Mit Änderungen in zwei Satzungen soll die Altstadt eine einheitliche Optik bekommen. Dafür gibt es finanzielle Anreize. Von Dorian Audersch

Die Monheimer sind stolz auf "ihre" Altstadt. Das historische Kneipenviertel hat ihrer Meinung nach einen gewissen Charme, der unbedingt erhalten werden muss - irgendwo zwischen urig, kultig und gemütlich. Seit 2014 gelten die Gestaltungs- und Sondernutzungssatzung. Nun sollen die Vorgaben überarbeitet werden. Ziel ist es, den besonderen Charakter der Altstadt zu betonen. Gewünscht ist ein einheitliches Erscheinungsbild.

Ein zentrales Thema ist die Möblierung der Biergärten und anderer Außenflächen. Laut der Nutzungssatzung sind Holz, Metall, Stoff, Rattan oder Flechtwerk als Mobiliar zulässig - möglichst in der Eigenfarbe des jeweiligen Materials. Stühle aus Kunststoff oder quietschbunte Sitze sind unerwünscht. Dabei handele es sich um eine "Anreizsatzung", wie Stadtplaner Thomas Waters erklärt. "Die Wirte müssen sich nicht zwingend daran halten, aber es gibt finanzielle Anreize, dies zu tun."

Damit gemeint ist, dass die Stadt Nutzungsgebühren für ihre Außenflächen teilweise oder komplett erlässt, wenn die Regeln befolgt werden. Die Satzung soll laut Verwaltung künftig nicht nur in der Altstadt, sondern im gesamten Stadtgebiet gelten. "Wir wollen insgesamt ein einheitlicheres Bild schaffen und vor allem in der Altstadt den urigen Charakter betonen." Die Gestaltungssatzung hingegen ist verpflichtend.

Die Neuerungen verbieten Photovoltaikanlagen auf den sichtbaren Dächern in der Altstadt, schreiben vor, wie Fenster und Fensterläden auszusehen haben und beschränken die Außenwerbung von Gastronomen. Bei Verstößen gibt es eine Rückbauverfügung der Bauaufsicht - und gegebenenfalls ist ein Ordnungsgeld fällig. Die Verwaltung will so das "historische Ambiente" schützen, wie Waters es umschreibt.

Manfred Poell, gemeinsam mit seiner Frau Eigentümer einiger Immobilien im historischen Stadtkern, wo auch ein Architekturbüro ist, findet das Verbot der Photovoltaik bedauerlich. "Es gibt durchaus auch Varianten, die wie Dachziegel aussehen." Das Ausschließen von Solarenergie sei sehr schade, meint der Ratsherr der Grünen. Auch die streng vorgegebenen Abmessungen für die Fenster seien nicht in jedem Fall sinnvoll: "Dafür unterscheiden sich die alten Gebäude zu stark voneinander."

Immerhin: Eigentümer, die ihre Fassaden den neuen Vorgaben entsprechend gestalten, können mit satten Zuschüssen rechnen. "Wir verdoppeln die Förderung von 7500 auf 15 000 Euro, bei 40 Prozent anrechenbaren Kosten", sagt Waters. Das sei ein "erheblicher Anreiz", die Satzung umzusetzen.

Die Wirte blicken positiv auf die Ideen der Stadt. Pascal Lütz, der gemeinsam mit Andreas Proempeler den Biergarten von Zollhäuschen und Zollhof betreibt, findet die Idee eines einheitlicheren Erscheinungsbildes gut. "Es wäre nur sinnvoll, wenn die Stadt dann auch ein Auge darauf hat, wie es umgesetzt wird", meint der Wirt. Man müsse nur sehenden Auges durch die Altstadt gehen, um bereits einige Verstöße zu bemerken. "Einfach nur irgendwas zu beschließen, reicht nicht aus."

Quelle: RP
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