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Monheim
Monheim will das Kulturangebot auch der Vereine stärker bündeln

Monheim. Elisabeth Kayen lässt ihren Filzstift über das Papier huschen. Hastig notiert sie die Ideen aus der Runde. Ihre Arbeitsgruppe diskutiert über die Einrichtung eines möglichen Kulturhauses in Monheim - mit Probe- und Werkräumen sowie Ateliers für kreative Arbeit. Auch ein integriertes Café sei schön, ist sich die Runde einig. "So können vielleicht auch Leute angelockt werden, um sie für Kultur zu begeistern", meint Kayen. Von Dorian Audersch

Für die Idee eines Atelierhauses ist sie bereits seit einigen Jahren Feuer und Flamme. "Das fehlt in Monheim", ist die Leiterin des VHS-Kurses "Montagsmaler" überzeugt. Sie träumt von einer zentralen "Kulturfabrik" im Stadtgebiet. Kein Wunder also, dass sie sich mit einigen befreundeten Künstlern an dem Workshop beteiligte, der jetzt im Bürgerhaus Baumberg stattfand. "Wir schauen, wo wir aus kultureller Sicht stehen - und wo wir in fünf bis zehn Jahren stehen wollen", sagte Sonja Baumhauer, Kulturchefin im Rathaus, zum Ziel des Treffens.

Gerade im Bereich der Vernetzung gibt es ihrer Ansicht nach noch Luft nach oben. "In Monheim gibt es unzählige Vereine, Initiativen, Gruppen und Akteure, die sich kulturell engagieren. Die Frage ist, wie wir einen Förderplan aus einem Guss erstellen können." Das Spektrum reiche vom Akkordeonverein bis zum Heimatbund oder kreativen Verbunden wie der "Malgruppe 5".

Hintergrund der angestrebten Vernetzung ist das neue Fördergesetz des Landes NRW, das viele Fördergelder von einer strukturierten Kulturentwicklung abhängig macht. "Wir holen daher alle Akteure an einen Tisch und diskutieren, was da ist und was noch fehlt." Am Ende sollen die Ergebnisse in eine Vorlage für die politischen Gremien einfließen.

Neben dem Handlungsfeld "Kultur- und Atelierhaus" geht es auch um ein Festival der Kulturen. In Kombination mit einer Sommerakademie ließen sich interessante Synergien schaffen, findet Galeristin Luda Liebe: "Musiker, Chöre, Literaten, Künstler - alle können mitmachen." Auch eine Art Kultur- oder Skulpturenpfad, wie es ihn bereits in den 1990er Jahren in Monheim gab, könne wiederbelebt werden - wie bei der Mon-Chronik mit einer App fürs Handy.

Bettina Bommersbach vom Verein "Pro Literatur" wünscht sich eine Plattform, die alle Angebote übersichtlich darstellt. Manche Angebote ließen sich zudem kombinieren: Tanz und Musik oder Literatur und Malerei. "Zudem wäre ein fester Ansprechpartner für Vereine, Institutionen und andere Akteure nicht schlecht", findet sie.

Die Gruppe von Julia Gerhard, Leiterin des Ulla-Hahn-Hauses, ist dafür, bereits vorhandene Angebote präsenter zu machen - zum Beispiel auf einer Kulturbörse.

Quelle: RP
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