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Monheim
Monheim will mit dem Rhein punkten

Monheim: Monheim will mit dem Rhein punkten
Der Platz vor der Marienkapelle soll von parkenden Autos weitgehend befreit werden, damit ein intimer Quartiersplatz entstehen kann. Die Kapelle soll links und rechts von einem Baum gesäumt werden. FOTO: Landschaftsarchitektur GmbH.
Monheim. Landschaftsarchitekt Gunter Fischer stellte seine Planung für die Gestaltung der Rheinpromenade vor. Von D. Schmidt-Elmendorff

Nur einen Meter vom Wellenschlag entfernt am Rhein entlangwandern, die Wasseroberfläche in Steinwurfweite. Den Weg säumt eine niedrige Mauer, die zum Verweilen einlädt. Dieses unmittelbare Rheinerlebnis soll nach dem Willen der Stadt Wirklichkeit werden, wenn in Zusammenhang mit dem Umbau des Stadteingangs Krischerstraße auch die Rheinuferpromenade auf dem 200 Meter langen Teilstück zwischen deren Einmündung und der Anlegestelle des Piwipper Böötchens neu gestaltet wird. Kaum eine andere Stadt am Rhein rückt so nah an den Strom heran. Dieses Standortmerkmal sollte die Stadt Monheim daher besser herausarbeiten, findet Landschaftsarchitekt Gunter Fischer aus Bonn.

Tatsächlich plant die Stadt, dort eine richtige Schiffsanlegestelle zu bauen, die auch von den großen Fahrgastschiffen der Weißen Flotte angefahren werden kann. "Nur für das Piwipper Böötchen allein würde sich diese beträchtliche Investition nicht lohnen", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung im Ratssaal, zu der etwa 70 Bürger gekommen waren.

Die derzeitige Situation bedarf dazu einiger Korrekturen: Die trennende Wirkung der Landstraße 293, die jedes Rheinerlebnis unterbindet, muss gemindert werden. Die Marienkapelle führt ein sehr introvertiertes Dasein, sie wird zu sehr durch das benachbarte Hochhaus überschattet. Das Landschaftsarchitekturbüro aus Bonn schlägt daher für diesen Teilabschnitt des Rheinufers eine P-förmige Gestaltung vor. Der Platz, der im Zuge des neuen Stadteingangs im Süden der Krischerstraße entstehen soll, wird im Norden durch die beiden Neubauten eingefasst. Das Hochhaus wird in ein begrüntes Rondell eingebunden, das von einer Sitzmauer umgeben ist. Der Platz vor der Kapelle soll von parkenden Autos befreit und neu gepflastert werden, um das historische Bauwerk freizustellen. Die Stützmauer zur Straße soll verkleinert und verklinkert werden. Für das Rheinerlebnis bietet Fischer zwei Varianten: die Erschließung in der Länge durch einen Weg entlang des Ufers und einen freischwebenden Rheinausleger. Für ein mehr punktuelles Heranrücken schlägt das Büro einen Balkon im Norden vor und eine großzügige Stufenanlage in Höhe der Kapelle hinunter zum Schiffsanleger.

Einige Bürger bemängelten, dass die Stadt eine Verkehrsberuhigung verspreche, dies aber zunächst der Abstimmung mit Straßen NRW bedürfe. Zimmermann räumt ein, dass man die Planung noch mit dem Land besprechen müsse. Das sei aber meist zu Konzessionen bereit, wenn die Kommune die Kosten trage. Da der geplante Fußweg dem vorhandenen Trampelpfad folgt, fand die Idee bei vielen Zuhörern Zuspruch. Anderen, die beklagten, diese Planung schließe die vielen Familien aus, die dort im Sommer picknickten, widersprach Gerd Kötter: "An dem Prallhang kann man momentan nichts machen, außer angeln." Fischer erklärte, dass man ja gerade mehr Möglichkeiten zum Verweilen schaffen wolle.

Auch die Vorstellung, dass an der Kapelle Parkplätze wegfallen könnten, missfiel einigen Bürgern. Allerdings bleibt der Parkplatz vor dem ehemaligen Shell-Verwaltungsgebäudeerhalten – wenn auch reduziert. Zudem bestehe die Möglichkeit, schräg gegenüber des Deusser-Hauses zum Rhein hin Ersatzparkplätze zu schaffen. Außerdem sollen auf dem Gelände des 1. FC Monheim 100 zusätzliche Parkplätze entstehen, wie Stadtplaner Robert Ullrich erklärte. Die Anregung aus dem Publikum, ein Parkleitsystem für auswärtige Besucher einzurichten, wurde dankbar aufgegriffen. Auch die Mahnung von Zweiradmechaniker-Meister Rolf Röhrig, den Radverkehr vernünftiger zu planen als bei der Rheinpromenade in Höhe des Gewerbeparks, soll beherzigt werden. Dort stehen den Radfahrern Laternen und Bäume im Weg.

Quelle: RP
 
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