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Monheim wird Stadt für alle

Analyse: Monheim wird Stadt für alle
Im Bürgerhaus Baumberg nahm der Inklusionsprozess im Juni 2013 seinen Anfang: Raimund Patt (re) hat schon viele Kommunen bei diesem Thema begleitet. Ziel sei, alle Bürger einzubeziehen. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Heute stellt die Verwaltung die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zum Thema Inklusion vor. Sie sind zu einem Handlungskonzept zusammengestellt worden, dessen Umsetzung aber keinem Zeitplan unterliegt. Von Petra Czyperk

Wenn Roland Liebermann heute den Politikern im Ausschuss für Generationen und Soziales den Aktionsplan "Monheim inklusiv" zur Beratung und Abstimmung vorlegt, ist Monheim bereits auf einem sehr guten Weg, "eine Stadt für alle" zu werden. So die Unterzeile der jetzt vorliegenden Dokumentation, die als Orientierungsrahmen für das zukünftige städtische Handeln dienen soll.

"Wir haben schon immer besondere Wege beschritten", betont der städtische Inklusionsbeauftragte. "Noch bevor wir das Dach errichten, werden mit Moki (Monheim für Kinder) und der Musikförderung Momo seit vielen Jahren wichtige Säulen gebaut", sagt Liebermann. Auch in anderen Bereichen bemühe man sich intensiv um den Abbau von Hürden und den Ausgleich von verschiedensten Benachteiligungen im Alltag. Menschen mit Behinderung, Migranten, Ältere und Alleinstehende, Arbeitslose - sie alle sollen dazugehören.

Lässt in den Nachbarstädten ein vergleichbares Konzept noch auf sich warten, macht Monheim Nägel mit Köpfen. Bereits im März 2013 bekundete der Stadtrat einhellig den ausdrücklichen Willen, einen breit angelegten Veränderungsprozess zusammen mit den Einwohnern zu eröffnen. Bürgermeister Daniel Zimmermann rief nur wenig später eine Lenkungsgruppe mit Vertretern der Gruppen und Vereine zusammen. Sie setzte den Prozess gemeinsam mit der Verwaltung in Gang und bleibt auch weiter als "Runder Tisch Monheim inklusiv" am Geschehen beteiligt. Mit Raimund Patt vom Entwicklungsbüro "Schulhorizonte" holte man sich externen Sachverstand ins Haus. Wichtigstes Ziel der Inklusion sei, sagt er, dass "niemand ausgeschlossen wird". Folgerichtig wurden im September 2014 die strategischen Ziele verändert und aktualisiert: "Die Stadt Monheim am Rhein versteht sich als Stadt für alle, in der Inklusion umfassend verwirklicht wird", heißt es seitdem.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung machen sich auch die Bürger auf den Weg. 80 Monheimer beteiligten sich im Juni 2013 im Bürgerhaus Baumberg an sieben Arbeitsgruppen, beispielsweise zu den Themen Arbeit und Berufsausbildung, Wohnen und Bauen sowie Kultur und Freizeit. Nach einer Bestandsaufnahme planten sie erste Schritte. Im Anschluss wurden nähere Ziele und Ideen entwickelt, beispielsweise wünschen sich die Mitglieder der Gruppe "Öffentlicher Raum", dass auch Gehbehinderte die Auffahrt zum Piwipper Böötchen meistern können.

Die Arbeitsgruppen seien es auch gewesen, die eine Fragebogenaktion angestoßen hätten, um die Einwohner für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. 312 Menschen nahmen daran teil. "Ich erlebe ein großes Interesse sowohl in den Arbeitsgruppen als auch in der Bevölkerung", sagt Roland Liebermann. Die Arbeitsgruppen sollen fortbestehen und zum Bürgernetzwerk Inklusion ausgebaut werden. "So bleibt der Prozess offen", ist Liebermann überzeugt. Beschließt der Stadtrat im Mai das Konzept, gibt es für die Umsetzung keinen Zeitplan. Auch bilde das Papier lediglich den Orientierungsrahmen für die Verwaltung. Inklusion sei kein Ergebnis, sondern ein fortwährender Prozess, betont der Beigeordnete. Und so werden zukünftig alle Bauprojekte, wie beispielsweise die neue Kunst- und Musikschule am Berliner Ring, auf ihre Barrierefreiheit überprüft. Und im Falle des Kulturhauses wird außerdem darauf geachtet, ob es bezahlbare Angebote für alle Gruppen und Schichten gibt. Für August plant die Verwaltung einen Inklusionstag. Dann wolle man den Bürgern zeigen, wo Monheim steht und welche Projekte laufen.

Quelle: RP
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