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Monheim
Monheimer Altstadt: Zwist um Material und Bäume

Monheim: Monheimer Altstadt: Zwist um Material und Bäume
Robert Ullrich erläuterte bei dem von der CDU organisierten Diskussionsabend die Pläne zu den Altstadtplätzen in Monheim. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Kradepohl und Alter Markt erhalten ein neues Gesicht. Wie die Altstadtplätze genau aussehen sollen, ist noch offen. Von Dorian Audersch

Keine Frage: Die Altstadt liegt vielen Monheimern besonders am Herzen. Sie schätzen den urigen Charme des Viertels und wollen den Flair möglichst erhalten. Kein Wunder also, dass viele Anwohner bei dem Thema Umgestaltung der Altstadtplätze sensibel reagieren. Das zeigte auch die Diskussion mit Stadtplaner Robert Ullrich, die vom CDU-Ortsverband Monheim-Mitte organisiert wurde.

Im Pfannenhof stellte Ullrich die aktuelle Planung vor. Sowohl Kradepohl als auch Alter Markt sollen umgestaltet werden. Die Ziele: höhere Attraktivität für Fußgänger und Radler, weniger Verkehrsfläche für Autos, mehr Aufenthaltsqualität für Besucher oder Gäste der Gastronomien und insgesamt eine optische Aufwertung der beiden Plätze.

In groben Zügen ist die Planung bereits abgeschlossen (die RP berichtete). Fakt ist, dass sich die Optik der Altstadt nachhaltig verändern soll - nicht immer zur Freude der Anwohner. Sie stören sich vor allem an der Materialwahl, die, laut Ullrich, allerdings noch längst nicht abgeschlossen ist. "Gerade Mauern aus Beton am Kradepohl? Das geht gar nicht", findet eine Zuhörerin. Sie befürchtet, dass die gradlinig geplanten Mäuerchen, die dem Gelände mit Brunnen, Vereinsbaum und Holocaust-Mahnmal mehr Struktur verleihen sollen, den Charakter der Altstadt zerstören könnte.

"Wir sollten das Altertümliche erhalten und nicht zerstören", meint die Diskutantin. Sie wünscht sich eine "etwas nostalgischere" Gestaltung. Auch die geplante Pflasterung erregt Unmut. Eine "Netzhautattacke" sei das in den Planskizzen angedeutete graue Material, sagt ein Anwohner. "Das sieht aus, wie in jedem heruntergekommenen Einkaufszentrum." Man solle nicht die Fehler anderer Städte in Monheim wiederholen.

Ullrich betonte mehrmals, dass die Materialfrage noch offen diskutiert werde - unter anderem im Gestaltungsbeirat. In dem Gremium sitzen Stadtplaner, Architekten sowie Vertreter aus Verwaltung und Politik. "Wir gehen mit dem Thema sehr sensibel um", versichert er. "Im Herbst wird es noch einmal eine Bürgerbeteiligung geben, um die Frage nach der Pflasterung und den für das Umfeld verwendeten Materialien geben." Schließlich gehe es um das "Herz der Stadt", an dem nur sehr vorsichtig operiert werden dürfe.

Ebenfalls umstritten ist die Fällung der knapp 30 Jahre alten Kugelakazien am Ende der Turmstraße. Mit einer Lebenserwartung von etwa 40 Jahren seien die Bäume bereits relativ alt, begründet Bürgermeister Daniel Zimmermann den geplanten Wegfall der Bäume.

CDU-Ratsherr Michael Nagy strebt daher eine Unterschriftensammlung zum Erhalt des Grüns an - und erntet damit Applaus. Eine Anwohnerin wirft dem Verwaltungschef Arroganz vor: "Man kann doch nicht gegen alle Widerstände die Bäume abräumen", findet sie. Die alten und großen Linden am Alten Markt sollen hingegen erhalten bleiben. "Das ist vor Ort fast die Hauptattraktion", meint Nagy.

Quelle: RP
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