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Monheim
Monheimer Firma coacht Familien

Monheim: Monheimer Firma coacht Familien
Alexander Bülles und Janika Quirl helfen in allen Lebenslagen. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Der Sozialpädagogische Dienstleister Social Experience Experts (SEE) bietet seine Hilfe an der Krummstraße an. Von Martin Mönikes

"Die Welt verändert sich, manche Menschen sind damit überfordert und brauchen Unterstützung", lautet verkürzt die Geschäftsidee von Alexander Bülles und Janika Quirl. Die beiden Sozialpädagogen gründeten zum 1. März in der Monheimer Krummstraße ihr "Hauptquartier zur Kompetenz-Entwicklung". Der Leverkusener Bülles (33) fand erst im zweiten Anlauf zur "Arbeit mit Menschen". Die Düsseldorferin Quirl (25) studierte nach ihrem FSJ sofort. Beim Studium in Düsseldorf lernten sich die beiden kennen, und sie entwickelten in partnerschaftlicher Beziehung und nach erster Arbeit bei freien Trägern den Wunsch zur Selbstständigkeit.

"In den vorhandenen Strukturen sind die Reaktionszeiten oft sehr lang", sagt Bülles diplomatisch. "Wir sind Macher, die ihre Ideen schnell praktisch umsetzen wollen, um mit den Menschen ihre Fähigkeiten zu entwickeln", ergänzt Quirl. Wer auf die Homepage der beiden schaut (www.seesocial.de), findet dort auch im Leitbild den wissenschaftlich-seriösen Unterbau ihrer Arbeit.

Der Standort Monheim wurde bewusst gewählt, "die zentrale Lage zwischen Köln und Düsseldorf, eine sehr hilfsbereite Wirtschaftsförderung, eine spannende, junge Stadt mit Entwicklungspotenzial". An der Krummstraße lädt ein 75 Quadratmeter großes, ehemaliges Ladenlokal als geschickt möblierter Multifunktionsraum sowohl zu Einzelgesprächen als auch zu Gruppenarbeiten ein. Im Osterferienprogramm bastelten dort Sechs- bis Zwölfjährige in einem Schmuckdesign-Workshop mit Perlen und Ketten, und fünf 13- bis 16-jährige besuchten das Seminar "Karrierestarter", in dem sie sich mit ihren Berufswünschen kreativ auseinandersetzten und dabei lernten, wie man eine Praktikumsstelle bekommt. Hauptsächlich geht es neben inhaltlicher Berufsorientierung aber auch um die Begleitung bei der emotionalen Herausforderung, selbstsicher den Übergang zwischen Schule und Beruf zu meistern.

Die Kundschaft im "Hauptquartier" kommt meist über Mund-zu-Mund-Propaganda, zusätzlich bieten Bülles und Quirl ihre Leistungen in Schulen und Jugendhäusern an. Aktuell geht es im Gespräch mit der Stadt um die Arbeit mit Flüchtlingen in Grundschulen; denn die bisherigen Strukturen erstreckten sich nur auf weiterführende Schulen.

Beim Frühlingsfest war SEE auch im Einsatz. Aus 10.000 Eisstäbchen sollten die Besucher am Stand gegenüber des Kindergartens St. Gereon eine metergroße Figur basteln. "Familiencoaching" ist ein weiterer Schwerpunkt. Viele Eltern berichten über Schwierigkeiten in der Schule oder über Konflikte im Familienalltag, über Kinder, die "nicht funktionieren". Das ist eine Formulierung, die Bülles gar nicht behagt: "Es handelt sich schließlich um Menschen, nicht um Maschinen." Vielmehr gelte es, "Verständnis für die andere Lebenswelt aufzubauen", beschreibt er sein Bestreben, Familien bei den Herausforderungen der Erziehung in einer sich stetig wandelnden Welt zu unterstützen. Er sieht die Schwierigkeiten der Eltern, die erkennen, dass in den gesellschaftlichen Veränderungen frühere Regeln und Normen scheinbar nicht mehr gelten, und die mit dem Gefühl kämpfen, "versagt" zu haben. Zielgruppe sind letztendlich alle Altersstufen. "Wir wollen erreichen, dass Menschen ein eigenverantwortliches Leben führen können", fasst Quirl den Grundgedanken, der hinter den Angeboten steckt, zusammen.

Quelle: RP
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