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Monheim
Monheimer Institut weiß, wie Katzen ticken

Monheim: Monheimer Institut weiß, wie Katzen ticken
Wolfgang Schlünzen hat für einen Futtermittelhersteller eine Studie über Katzen und das Fütterungsverhalten ihrer Frauchen erstellt. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Marktforscher Wolfgang Schlünzen hat herausgefunden, wie und warum Zwei- und Vierbeiner auf bestimmte Art miteinander umgehen. Von Pascal Conrads

Als Wolfgang Schlünzen vor mehr als 30 Jahren nach Monheim kam, dachte er gar nicht daran, sein Unternehmen für Marktforschung in einer der großen Städte anzusiedeln. Aus seiner Mutterstadt Düsseldorf sei er weggezogen, weil es damals sehr modern gewesen war, in eine der kleineren umliegenden Gemeinden zu flüchten. In Monheim zu arbeiten, kam ihm sinnig vor, außerdem wollte er etwas für die Region tun. Dass das Institut nach der Stadt benannt ist, liegt an einem Vorbild: dem berühmten Institut für Demoskopie Allensbach.

In der Branche sei es üblich, die Aufträge von Kunden per Telefonat oder E-Mail erteilt zu bekommen. So war das auch zuletzt, als das Monheimer Institut im Auftrag eines Herstellers für Futtermittel eine Studie zum Fressverhalten von Katzen anfertigen sollte. Geforscht wurde in London, Paris und Düsseldorf. Insgesamt wurden vier freiberufliche Fragesteller pro Stadt engagiert. Diese Interviewer sind ausgebildete Psychologen und Therapeuten. Sie befragten insgesamt 60 Frauen, begleitet von einem Kameramann. Die Interviews beschäftigten sich nicht nur mit dem Fressverhalten der Katzen, sondern auch mit den Beziehungen der Frauen zu ihren Tieren.

Wolfgang Schlünzen war für diese Studie verantwortlich. Er hat zwölf festangestellte Mitarbeiter. Zum Vergleich: Das Allensbacher Institut hat knapp 100, Forsa 60 und Infratest Dimap 25. Das Monheimer Institut ist mehr als ein mittelständisches Unternehmen in dieser Branche. Viele Monheimer wissen dennoch nichts von der Firma, weil sie mit den Produkten nicht in Berührung kommen. Auch kommen so gut wie keine Aufträge aus Monheim selbst. Es gibt zu wenige Großunternehmen, die sich Verbraucherstudien überhaupt leisten können. Kleinere Firmen fertigen Studien mithilfe eigener Kundenkarteien oft selbst an. Das ist kostengünstiger. Doch genau das sieht Schlünzen kritisch. Es reiche nicht aus, zu wissen, wie sich Verbraucher verhalten. Vielmehr sei interessant, wieso sie sich so verhalten.

Wenn er heute einem Auftraggeber seine Ergebnisse präsentiert, sind diese oft überrascht, weil sie ihre Kunden nicht wirklich kennen. Sie wüssten nicht, was sie besser machen sollten und werfen dem Kunden vor, das Produkt nicht richtig verstanden zu haben. Es sei einfacher, dem Auftraggeber gleich noch Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Dafür müsse man wissen, was den Kunden antreibe.

Katzen zum Beispiel werden in Deutschland nur zwei bis drei Mal am Tag gefüttert, in England dagegen fünf bis sechs Mal. Deutsche Katzenmütter verteilen dafür aber sehr viele Leckerlis. Die Katzenhalter haben oft ein schlechtes Gewissen, weil sie mit der Katze nicht so viel Zeit verbringen könnten. Andererseits spielten sie mit dem Futter oft noch in der Hand, weil sie es genießen, wenn Katzen auf ihr Futter warten. Die Tiere streicheln dann mit ihrem Fell zwischen den Beinen ihrer Frauchen hin und her. Die halten das für Zuneigung. Sonst sind Katzen eigentlich keine Freunde von Liebkosungen. Der Auftraggeber sei ob dieser Erkenntnisse sehr zufrieden gewesen, erzählt Wolfgang Schlünzen.

Quelle: RP
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