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Monheim
Monheimer Künstler malt den Winter herbei

Monheim. Feuerwehrmann a. D. Joseph Kropp bildet heimische Motive gerne in einer Schneelandschaft ab. Von Thomas Gutmann

Der gesprächige Senior mit dem breiten Lächeln kommt so leicht nicht ins Schwitzen. "Als alter Feuerwehrmann sollte man ein paar Grad mehr schon aushalten können", sagt Joseph Kropp. Doch fürs Christfest wünscht sich der 82 Jahre alte Monheimer Eis und Schnee - und nicht gefühlt bis zu 20 Grad in milder Dezember-Sonne wie in diesem Advent. "In Miami, wo ich ab und zu bin, ließe ich mir die Badehose an Weihnachten ja gefallen. Aber zur deutschen Weihnacht? Geh mir weg!"

Um zumindest etwas in Winterstimmung zu kommen, hat er jetzt Haus Bürgel in der verschneiten Urdenbacher Kämpe gemalt. "Öl auf Leinwand und Tischlerpappe", erklärt HBM i.R. Kropp, der auf seiner Visitenkarte stehen hat: "Firefighter: Retten - Bergen - Löschen - Schützen". HBM i.R., das bedeutet: Hauptbrandmeister in Ruhestand. Das hohe Ansehen, das die Feuerwehrleute in den USA genießen, imponiert ihm. Ebenso mancher amerikanische Künstler. "Für das Bürgel-Bild habe ich mich an Edward Hopper orientiert", sagt Kropp. Den Maler des "traurigen Amerika" bewundere er. "Auf Cape Cod in Massachusetts verbrachte Hopper seine Sommerferien. Ich war auch schon mal da."

Doch statt nach weißem Sandstrand und hohen Gräsern steht dem Monheimer jetzt mehr der Sinn nach Niederschlag in kristalliner Form. Da trifft es sich gut, dass er sich auf schneereiche Gemälde spezialisiert hat. Ob die Marienkapelle am Rhein, der Langenfelder Bahnhof mit Dampflok von vor 100 Jahren oder die Düsseldorfer Königsallee mit Tritonenbrunnen - Kropp malt seine Motive gern winterlich. "Und das stets nach Vorbild, denn der Mensch lebt von seinen Vorbildern", sagt der Hobbymaler.

Besonders die Impressionisten haben es ihm angetan: Max Liebermann, Camille Pissarro, Alfred Sisley, aber auch August Deusser, der ab 1906 für einige Jahre in Monheim wohnte - in dem heute nach ihm benannten Haus mit dem Heimatmuseum.

Als bloßes Abbild winterlicher Idylle will Kropp seine Kunst aber nicht verstanden wissen. So sieht er in seinem Schneebild von der Düsseldorfer Altstadtkirche St. Maximilian im Jahr 1945 eine Mahnung, das Leid der unmittelbaren Nachkriegsjahre nicht zu vergessen. Über sein neues Bürgel-Gemälde hat er auf einen Handzettel geschrieben: "Der Winter der ein Sommer ist - Tauwetter um Haus Bürgel." Und darunter: "Von mir ein mahnender Beitrag zur Erderwärmung! Joseph E. J. Kropp 2015".

Den Weg zur Malerei fand der in Düsseldorf Aufgewachsene schon im Alter von acht Jahren. "Unser Klassenlehrer hatte nur ein Auge. Aber er hatte trotzdem viel für Optik übrig. Wir mussten zu jeden Aufsatz ein Bild liefern." Er selbst habe immer ein Kassenbuch als Skizzenblock genommen, erzählt Kropp: "Das eignet sich wunderbar dafür, etwas kreativ zu Papier zu bringen."

Für sein Bürgel-Gemälde und andere Winterbilder sucht der umtriebige Ü-80er, der häufig mit dem Mountainbike unterwegs ist, noch einen Ausstellungsraum. "Gerne auch in Langenfeld, da muss ich noch bekannter werden."

Kontakt: josephkropp@gmx.de, Telefon 02173 31552.

Quelle: RP
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