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Ostern Wie Aus Dem Ei Gepellt
Monheimerin entwickelt Dress-App

Langenfeld. Was soll ich anziehen? Vor allem Frauen stellen sich diese Frage vor dem Kleiderschrank. Künftig soll das Smartphone helfen. Von Isabel Klaas

Monheim 16 bis 32 Minuten sollen manche Frauen diversen Studien zufolge täglich ratlos vor dem Kleiderschrank verbringen. Weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Wie könnte man das beschleunigen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Monheimerin Laura Karim (24) während ihres Studiums. Warum nicht eine Handy-App, die bei der Auswahl hilft? Karims Freundin und Marketingstrategin Jennifer Schäfer (27) war begeistert. Und so hoben sie eines Abends beim Bierchen die Idee einer Daily-Dress-App aus der Taufe. Im Mai wird das Smartphone-Programm in einem Testlauf an den Start gehen. Ab September soll es dann kostenlos zum Download bereitstehen.

Die meistgestellte Frage: Muss ich für die App meinen kompletten Kleiderschrank-Inhalt einzeln fotografieren? Antwort: Nein! Der virtuelle Kleiderschrank des Nutzers wird gefüllt mit ähnlichen Sachen wie den eigenen. Diese stammen aus dem Foto-Fundus von Partnern wie Zalando. Nach und nach kann man so sein eigenes Repertoire an Hosen, Röcken, Shirts und Mänteln vervollständigen. Ein Programm sucht dann aus, was zusammen passt - je nach Wetter und Anlass: Casual, Business oder Party. Bei der Auswahl werden auch die angeblich 60 Prozent an Kleidungsstücken berücksichtigt, die normalerweise - kaum getragen - vergessen werden.

"Eigentlich war die App für uns über Jahre ein Hobby, das wir nach der Arbeit verfolgten", erzählt Jennifer Schäfer. Bis zu dem Zeitpunkt, da sich der Software-Entwickler und FH-Professor Gernot Bauer für die "fixe Idee" der beiden Monheimerinnen interessierte. Er bot den Gründerinnen eine Kooperation an und unterstützte sie bei der Bewerbung des "Exist"-Stipendiums, das für Wissenschaftler gedacht ist und ihnen ein Jahr lang ein angemessenes Gehalt sichert sowie die Übernahme der Sachkosten. "Das ist wie ein Sechser im Lotto", sagt Jennifer. "Wenn wir dafür Kredite hätten aufnehmen müssen, hätten wir das nicht gemacht. Das wäre uns zu risikoreich gewesen."

Für ihre neue Aufgabe mussten Jennifer Schäfer und der Screen-Designer Marius Mutz (30) ihre Jobs kündigen, und Laura Karim musste bei ihrer Promotion Gas geben, um sich ganz der App widmen zu können. Das tun sie derzeit alle drei in einem kleinen Kellerbüro in Hamburg, wo ihre Jobs bis Februar 2017 gesichert sind. Ob sich die Mode-App bis dahin selbst finanziert und davon drei Vollzeitgehälter gezahlt werden können, bezweifelt Jennifer Schäfer. "Wir müssen unser Baby noch in ganz Deutschland bewerben und in den sozialen Netzwerken bekannt machen." Geld verdienen die drei Firmenchefs über die Kooperation mit Zalando. Der Konzern bietet die im Kleiderschrank fehlenden Stücke zum Kauf an und beteiligt das kleine Unternehmen am Umsatz.

"Wir haben erst überlegt, die Textilien von den Nutzern selbst fotografieren zu lassen", sagt Schäfer. "Aber wer macht das schon bei durchschnittlich 118 Teilen im Schrank? Und dann hätte das auch nicht so gut ausgesehen, weil die Stücke auf unterschiedlichem Hintergrund unterschiedlich groß geworden wären."

Gedacht ist die Entscheidungshilfe per Smartphone für 16- bis 36-Jährige, Männer eher ausgeschlossen. "Von 50 befragten Männern haben sich nur drei für diesen Service interessiert. Bei Frauen war die Resonanz umso größer", sagt Jennifer Schäfer.

Bisher haben sich auf Facebook schon mehrere Hundert Probenutzer gemeldet. Weitere sind willkommen. Sollte die App einschlagen, ist auch noch eine Erweiterung geplant - als Hilfe beim Kofferpacken, beispielsweise.

Quelle: RP
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