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Monheim
Monheimerin hält Hühner in der Altstadt

Monheim: Monheimerin hält Hühner in der Altstadt
Hühner-Ulla in der Gänseliesel-Stadt: Frau Müller züchtet Federvieh mitten in Monheim. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Ulla Müller hat einen eigenen Hühnerstall im Garten. Die Naturfreundin macht sich für "Urban Farming" stark. Von Christin Grawe

An die zehn Hühner picken Futter auf, laufen durch den Garten und legen täglich ihre Eier im Stall. Die Monheimer Buchautorin Ulla B. Müller hat ihren eigenen kleinen Bauernhof im Stadtzentrum. In ihrem Garten hält sie Hühner, baut Kräuter und Beeren an.

Mehr Landidylle in die Stadt bringen möchte auch die Fraktion der Grünen im Rat. Sie hat einen Antrag gestellt, öffentliche Flächen zum Anbau von etwa Apfelbäumen oder Himbeersträuchern freizugeben. Es ist Ziel des "Urban Farming" oder "Urban Gardening", dass die Bürger freie Grünflächen nutzen können, um dort selber Obst und Gemüse anzubauen.

Dass es so etwas privat schon gibt, zeigt Ulla B. Müller und sagt: "Es ist nicht so viel Arbeit, wie man denkt. Ich muss einmal in der Woche den Stall sauber machen, und sonst nur täglich das Futter und Wasser auffüllen. Und mit dem Hühnermist dünge ich einfach meine Rosen." Ein weiterer Vorteil: Sie weiß genau, was die Tiere zu fressen bekommen.

Die Monheimerin fände es gut, wenn alle die Möglichkeit hätten, selbst etwas anzubauen und befürwortet das Projekt der Grünen: "Vor allem für Leute, die keinen eigenen Garten haben, ist es eine tolle Sache. Aber auch ich werde mich engagieren". Gemeinsam einpflanzen, gießen, pflücken und ernten. "Die Menschen produzieren etwas zusammen und können sich gleichzeitig austauschen und kennenlernen", schwärmt sie.

Doch auch Kinder würden viel lernen. Sie könnten das Gemüse selbst pflanzen und den Weg bis zur Ernte miterleben. "Es ist eine Möglichkeit, ihnen die Natur näher zu bringen. Im Supermarkt sehen sie immer nur die Kartoffeln und gar nicht wie die Pflanze wächst und blüht", sagt Ulla B. Müller.

Sie möchte Kinder und Schulklassen zu sich einzuladen und ihnen zeigen, wo die Eier eigentlich herkommen. "Die Kinder könnten die Hühner beobachten, sie streicheln und auch sehen, wie ihre Nester aussehen", stellt sie fest.

Sie mag es, sich das Landleben nach Hause zu holen und wünscht sich, dass das Projekt "Urban Gardening" Kreise zieht und auch in Monheim erfolgreich umgesetzt wird. "Ich hoffe, die Verantwortung der Menschen für die Natur wächst. Vielleicht lernen sie, sich mehr zu kümmern und mehr auf die Natur zu achten".

Dass ihr dieses Thema am Herzen liegt, zeigt auch ihr neuer Roman, der mitten auf dem Land spielt. Das Ende Juli erschienene Buch "Küsse ernten" erzählt die Geschichte, einer Physiotherapeutin, die sich bei einem "Urban Gardening" Projekt im Bergischen Land, in der Nähe von Köln, Hals über Kopf in einen Landwirt verliebt.

Die Autorin sagt: "Ich will mit meinen Romanen die Menschen natürlich unterhalten, aber die Leser eben auch auf aktuelle Fragen aufmerksam machen, Anstöße geben und eine positive Denkweise vermitteln."

Quelle: RP
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