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Monheim
Monheimerin handelt weltweit mit Bauteilen

Monheim: Monheimerin handelt weltweit mit Bauteilen
Führt mit ihren beiden Brüdern den Familienbetrieb mit 150 Mitarbeitern und 70 Millionen Euro Umsatz im Jahr: Edith Schukat aus Monheim. FOTO: Matzerath
Monheim. Edith Schukat ist Mitgesellschafterin, Prokuristin und Personalchefin beim Familienunternehmen Schukat electronic. Von Martin Mönikes

Wie wird in der noch immer männerdominierten Wirtschaftswelt eine Frau Mitgesellschafterin und Prokuristin eines weltweit agierenden Unternehmens mit 70 Millionen Euro Umsatz und 150 Mitarbeitern? Für die gebürtige Monheimerin Edith Schukat (52) begann dieser Weg fast unbemerkt. "Wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Diskussionen gehörten früh zum kindlichen Alltag", erinnert sie sich. Schließlich hatte Vater Hans-Georg 1964 das Spezialunternehmen für elektronische Bauteile gegründet. Nesthäkchen Edith und ihre Brüder Georg und Bert wuchsen sowohl mit familiären Unterhaltungen über geschäftliche Aktivitäten, Strategien, Kredite oder Kunden auf als auch mit der regelmäßigen Teilnahme von ausländischen Gästen am häuslichen Mittagstisch.

"Eine gewisse Erwartungshaltung im Hinblick auf die spätere Mitwirkung im Unternehmen schwang leise mit", erinnert sich Edith Schukat an ihre Jugend im großzügigen, unkonventionellen Elternhaus. Sie seien quasi "in Freiheit dressiert" worden, sagt sie schmunzelnd. Die so gewonnene frühe Selbstständigkeit veranlasste die Monheimerin sogar, kurz vor dem Abi mit einer Freundin nach Spanien zu trampen, und einige Monate alternative Urlaubsformen auszuprobieren.

Der Weg in die mit den Brüdern gemeinsam betriebene Leitung des unabhängigen Familienunternehmens folgte allerdings kurze Zeit später ebenso konsequent: Wirtschaftsabi, Lehre als Großhandelskauffrau, ein Jahr Praktika bei zwei Firmen in den USA. Heute ist Edith Schukat als "Chefin" von 150 Mitarbeitern und mehr als 30 Azubis die Garantin für Erfolge in der Berufsausbildung. Die "Besten-Urkunde" der IHK gibt es für Schukat electronic seit 2010 quasi im Abonnent, 2013 folgte eine Auszeichnung der Bundesagentur für Arbeit und im vorigen Jahr der IHK-Preis für "langjähriges, erfolgreiches Engagement mit stets herausragenden Leistungen in der Berufsausbildung".

"Die Eltern prägten meine Wertschätzung für die Schöpfung", sagt die überzeugte Naturliebhaberin. Ein naturnaher Garten, gesunde Ernährung, der Mischlingshund aus dem Tierschutz (Terrier/Labrador-Mischling Loui) passen zur seit Jahren bewusst ökologischen Ausrichtung des Unternehmens, das schon 1990 Recyclingpapier nutzte. Das Niedrigenergie-Firmengebäude, Elektrofahrzeuge und Ökostrom sind selbstverständlich.

Entspannung vom beruflichen Alltag findet Edith Schukat beim Lesen mehrerer Tageszeitungen, ausgedehnten Spaziergängen mit Mann und Hund sowie auf Flohmärkten und in Museen. Die Liebe zur Kunst scheint genetisch bedingt zu sein. "Wir kamen dank der kunstgeschichtlich interessierten Mutter im Familienurlaub an keiner Kirche und keinem Schloss vorbei, ohne es zu besichtigen", erzählt die Tochter. Kein Wunder, dass dank Edith Schukat auch in den Firmengebäuden moderne Kunst zu finden ist.

Quelle: RP
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