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Monheim
Moschee schreckt Haus-Käufer nicht ab

Monheim: Moschee schreckt Haus-Käufer nicht ab
In guter Wohnlage nahe am Monbag-See plant der Langenfelder Bauunternehmer Gernot Paeschke Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Das Interesse potentieller Kunden ist groß. FOTO: Matzerath
Monheim. Gernot Paeschke plant Wohnsiedlung auf dem hinteren Menk-Areal am Monbag-See. Von D. Schmidt-Emendorff

Für die CDU ist eine Moschee am Stadteingang Opladener Straße eine Zumutung. Vielen Menschen scheint es hingegen keine Bauchschmerzen zu bereiten, im Schatten eines Minaretts zu wohnen. "90 Prozent meiner Kaufinteressenten haben kein Problem damit", sagt Gernot Paeschke, der das für eine Wohnbebauung vorgesehene Areal der Menk-Betonwerke am Monbag-See gekauft hat. Der Langenfelder Bauunternehmer hatte im Juni, als der Bürgermeister seine Moscheepläne der Öffentlichkeit vorstellte, die potenziellen Käufer befragt. Daraufhin hätten höchstens zwei Interessenten abgesagt, der Rest sehe die Nähe zu einer Moschee nicht als nachteilig an, erläutert Paeschke.

"Ich bin ein Freund der Moschee", sagt Paeschke, "diese Menschen gehören nun mal zu Deutschland." Auch sei er von der Architektur der geplanten marokkanischen Moschee sehr angetan. "Die ist sehr schön und schlicht, mutet fast wie ein Bürogebäude an", sagt der Bauunternehmer.

Deshalb sehe er auch keinen Grund, seine Pläne aufzugeben. "Ich ziehe das auf jeden Fall durch." Es handele sich bei dem Areal ja um eine sehr gute Lage am See, in Verlängerung des Musikantenviertels. Dort sei es sehr ruhig, denn das künftige Wohngebiet sei von dem Gewerbegebiet entlang der Opladener Straße ja durch einen Grünstreifen abgetrennt. Und die Firma Menk agiere dort auch nur noch als reines Handelshaus, produziere weder Lärm noch Dreck.

Abstriche musste Paeschke im noch laufenden Bebauungsplanverfahren bisher nur an der Zahl der realisierbaren Wohneinheiten machen. "Der Geologische Dienst hatte im Rahmen der Behördenbeteiligung gefordert, dass der Schutzstreifen zum Ufer auf 20 bis 25 Meter ausgedehnt wird, weil die Standsicherheit der Uferböschung nicht ausreichend ist", sagt der Monheimer Stadtplaner Robert Ullrich. Daher müssten die Gebäude bis auf 25 bis 30 Meter, vorher 20 bis 25 Meter, von der Böschungskante abrücken. Dadurch fallen vier Doppelhaushälften weg, so Unternehmer Paeschke.

Insgesamt baut der Langenfelder 25 Wohnungen in freistehenden Einfamilien, Doppel- und Reihenhäusern. 25 Wohnungen entstehen in Mehrfamilienhäusern. Die Erschließungsstraße bindet die Siedlung über eine neu einzurichtende Kreuzung an der Opladener Straße an das Straßennetz an. Paeschke hofft, das der Bebauungsplan 126 M "Menk-Gelände" im Dezember rechtskräftig ist, damit er möglichst bald in die Vermarktung der neuen Wohnimmobilien am See einsteigen kann.

Quelle: RP
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