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Monheim
Moscheeverein: Muslime dürfen Christen werden

Monheim. Der türkische Moscheeverein Monheim hat sich klar von einer fundamentalistischen Auslegung des Korans abgegrenzt. Mohamed Adib, Dialogbeauftragter des Vereins, der dem unter staatlicher türkischer Kontrolle stehenden Dachverband Ditib angehört, sagte bei einem Treffen mit Kirchenvertretern, es sei mit dem Islam nicht vereinbar, einen Muslim zu verfolgen oder gar zu töten, weil dieser zu einem anderen Glauben übertrete. Nach dem Koran seien für Gott alle Menschen gleich. Laut dem Propheten Mohammed sei "ein Araber nicht besser als ein Nichtaraber und ein weißer Mensch nicht besser als ein schwarzer Mensch", erklärte Adib im Monheimer Gesprächskreis "Christen treffen Muslime".

Federführend veranstaltet wird der Gesprächskreis seit zehn Jahren vom katholischen Sozialverband KKV. Beim jüngsten Treffen im Eki-Haus der evangelischen Kirchengemeinde ging es um "Die Würde des Menschen - aus der Sicht des Christentums und des Islams". Die Pfarrer Burkhard Hoffmann (kath.) und Till-Karsten Hesse (ev.) unterstrichen die Gottesebenbildlichkeit des Menschen nach christlicher Auffassung. Damit seien auch die besonderen Fähigkeiten des Menschen, aber auch die Beziehungsfähigkeit zu Gott gegeben, sagte Hesse. Zugleich habe Gott dem Menschen Verantwortung übertragen, nämlich, über die Erde verantwortlich zu herrschen. Hoffmann wies auf die unverfügbare Würde des Menschen hin, wie sie auch in Grundgesetz-Artikel 1 formuliert sei. Dies habe weitreichende Konsequenzen, sagte der Geistliche. Für die Wirtschaft bedeute dies etwa, dass sie dem Menschen dienen müsse. In der folgenden Diskussion betonte Gesprächskreis-Sprecher Bernd Wehner vom KKV, die Menschenwürde gelte auch für den Embryo. Nach islamischer Lehre hingegen wird dem Ungeborenen laut Adib erst in der neunten Schwangerschaftswoche "die Seele eingehaucht".

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