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Langenfeld
Museum zeigt Exilkunst der NS-Zeit

Langenfeld. 34 Werke eines Privatsammlers ab morgen im Freiherr-vom-Stein-Haus.

Unter dem Titel "1933-1945 - Schicksale einer verschollenen Generation" stellt das Stadtmuseum ab morgen Kunstwerke aus der Privatsammlung von Thomas B. Schumann aus. Der Hürther hat dem Freiherr-vom-Stein-Haus bis zum 16. Oktober 34 Werke von Ludwig Meidner, Arthur Kaufmann, Charlotte Berend-Corinth, Franz Monjau, Juli Wolfthorn und anderen in der NS-Zeit ausgewanderten deutschen Künstlern zur Verfügung gestellt. Der Eintritt ist frei.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und der nachfolgenden Ausgrenzung, Inhaftierung und Ermordung von "Andersdenkenden" sollen rund 8000 Kunst- und Kulturschaffende Deutschland verlassen haben. In der Ausstellung sind nach den Worten von Museumsleiterin Dr. Hella-Sabrina Lange die jeweiligen Einzelschicksale "so vielfältig wie die von ihnen vertretenen künstlerischen Positionen". Neben bekannteren Namen wie den eingangs genannten würden auch Künstler der so genannten "verschollenen Generation" vorgestellt, die nach 1945 im Abseits des Vergessens blieben.

Die präsentierten Werke zeigen eindrucksvoll das Schaffen dieser Künstler, kündigt Lange an. "Die Ausstellung möchte aber auch die persönlichen Schicksale näher beleuchten und damit die Erinnerung an die Schrecken der NS-Diktatur wachhalten und an die historische Verantwortung auch in unserer heutigen Gegenwart gemahnen."

Der Sammler Thomas B. Schumann lernte nach eigenen Angaben als fünfzehnjähriger Schüler Thomas Manns Witwe Katia in Kilchberg bei Zürich kennen, ein Schlüsselerlebnis, das sein Leben prägte. Fortan suchte er den Kontakt zu den von den Nationalsozialisten verfemten und vertriebenen Kulturschaffenden und lernte mehrere hundert Exil-Autoren in aller Welt persönlich kennen.

14. August bis 16. Oktober, Di-So 10-17 Uhr, Hauptstraße 83. Im Begleitprogramm gibt es am 14. und 21. September Fachvorträge.

(mei)
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