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Monheim
Museumsschiff erhält Hafen

Monheim. Bei einer Bürgeranhörung am 18. Oktober geht es um zwei Bauvorhaben an der Klappertorstraße. Von D. Schmidt-Elmendorff

Das Gesicht der Klappertorstraße wird sich in den nächsten zwei Jahren beträchtlich ändern. Nachdem das ambitionierte VillenProjekt gescheitert war, hatte die VIP Home GmbH aus Moers die Fläche der ehemaligen Aalräucherei Ubber übernommen. "Das Grundstück wird etwa drei Meter erhöht liegen, so dass Sie einen uneingeschränkten Blick auf den Rhein genießen können", wirbt VIP Home für das Projekt mit dem klangvollen Namen "Art de vivre" - die Kunst zu leben. Alle Gärten sind nach Süden ausgerichtet. Die große Eckfensterfronten eröffnen eine traumhafte Aussicht auf den Rhein.

Der neue Investor hält sich zwar an die Grundzüge der alten Planung, dennoch haben sich im Laufe der Bearbeitung leichte Veränderungen ergeben. Gemäß der wasserrechtlichen Genehmigung muss eine Tiefgarage errichtet werden, die im Fall eines Hochwassers als zusätzlicher Retentionsraum für den Rhein dient - und geflutet werden kann. VIP Home möchte die Tiefgarage mit 15 Stellplätzen an der südlichen Grundstücksgrenze bauen, um so Platz für weitere Baufelder zu schaffen. Statt der geplanten Böschung oder Treppe würde nun eine begrünte Stützwand als vertikaler Abschluss der Tiefgarage errichtet werden. Darüber hinaus sollen die überbaubaren Grundstücksflächen um bis zu zwei Meter verschoben werden. In der dritten Reihe entsteht gar eine neue Baufläche. Außerdem will der Investor jetzt alle Doppelhäuser mit Flachdach ausführen. Zu Beginn des Verfahrens in 2010 hatte sich die Nachbarschaft mit ihrem Wunsch nach Satteldächern für die Häuser in den beiden hinteren Reihen durchgesetzt, Flachdächer galten als unvereinbar mit dem "dörflichen Charakter Baumbergs". Im Planungsausschuss hatte die CDU dies kritisiert und auch bemängelt, dass die Abstände der oberen Baukörper zum Bestand zu gering seien.

Im Südosten des unterhalb gelegenen Parkplatzes soll nach dem Willen der Stadt bald ein touristisches Glanzlicht vor Anker gehen - das Museumsschiff. Die Stadt hatte einen der letzten erhaltenen originalen Aalschokker gekauft - die Fiat Voluntas. Auf dem unter Denkmalschutz stehenden Schiff will sie Besuchern - in direkter Nähe zu zwei ehemaligen Aalräuchereien - die Geschichte des Aalfangs näherbringen. Das Schiff, das Teil der MonChronik werden soll, wird in ein dreieckiges ansteigendes Podest eingebettet. Dieser Mini-Hafen erreicht an der höchsten Stelle 2,40 Meter. Von dort kann das Schiff erkundet und betreten werden. Der Freiraum um den Schiffskörper herum wird mit einem begehbaren Spielnetz eingefasst. Der schwankende Untergrund vermittelt so ein Gefühl von Wellengang. Die Unterkonstruktion des mit Holzbohlen beplankten Podestes bildet ein im Boden verankertes Stahltragwerk. Es soll verhindern, dass es bei Hochwasser aufschwimmt. Der Aalschokker selber ruht auf einem Unterbau, der ihm ermöglicht, im Hochwasserfall aufzuschwimmen, ohne abgetrieben zu werden.

Dass durch das Museumsschiff vermutlich mehr Touristen angezogen werden, begrüßt Thomas Schneiders von den Rheinterrassen Baumberg. Ende 2014 hatte eine Gesellschaft das Restaurant mit 14 Hotelbetten übernommen und baut das Gebäude seitdem sukzessive um. "Es war hier alles sehr nostalgisch, wir wollen es modern aufhübschen", so Schneiders. Überdies wolle man ein wenig weg vom Image als Ausflugslokal und sich durch gute Küche als Restaurantbetrieb "für alle Wetter" positionieren.

Quelle: RP
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