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Aalschokker in Monheim
Museumsschiff wird Hingucker am Rhein

Aalschokker in Monheim: Museumsschiff wird Hingucker am Rhein
So sieht er aus, der Aalschokker aus Neuss, den die Stadt Monheim für das Museumsprojekt erworben hat. FOTO: Stadt Monheim/Architekten HHS
Monheim. Die Stadt Monheim hat den Aalschokker als Schnäppchen gekauft. Das Schiff aufzumöbeln wird dafür Tausendmal so teuer. Im Bürgerhaus Baumberg präsentierten Stadtplaner und Architekten nun Einzelheiten zum Projekt "Museumsschiff am Rhein". Ein Überblick.  Von Thomas Gutmann

Der fast 80 Jahre alte Aalschokker war ein Schnäppchen. 2000 Euro hat die Stadt Monheim für das Schwesterschiff des Frachtseglers, der unterhalb der Marienkapelle vor Anker liegt, bezahlt. Tausendmal so teuer wird nun das, was in den kommenden anderthalb Jahren folgen soll: das historische Stück aufzumöbeln zu einer "Landmarke" auf dem Parkplatz gegenüber den "Baumberger Rheinterrassen".

Für das Museumsschiff und das ganze drumherum an der Klappertorstraße hat die Stadt rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Den Kosten und den Plänen nach ein großer Wurf. Bürgermeister Daniel Zimmermann und das Planungsteam stellten ihn jetzt im Bürgerhaus Baumberg vor.

Der Entwurf für das Museumsschiff am Baumberger Rheinufer. Der Uferweg soll breiter ausfallen als bisher, damit genug Platz ist für Fußgänger u n d Radfahrer. FOTO: Stadt Monheim / Architekten HHS

Das Schiff

Die "Fiat Voluntas", Baujahr 1937, wurde bis zur Jahrtausenwende fast 40 Jahre auf dem Rhein bei Neuss für die Aalfischerei genutzt. Als Station der "MonChronik" ("dezentrales Stadtmuseum") sollen sich die Besucher über den Fischfang informieren können, wie er früher auch vor Baumberg betrieben wurde. Bis 2007 wurden an der Klappertorstraße Aale geräuchert. Das Museumskonzept steht noch aus. Die beauftragte Architektin Ilka Berger (HHS, Kassel) schlägt Vitrinen vor an der Außenseite der Plattform, die um das aufgeständerte Schiff herumgebaut wird.

Die Plattform

Der Aalschokker wird eingefasst von einem begehbaren Dreieck aus Holz. Über eine Rampe soll diese bis zu 2,40 Meter hohe Plattform auch für Rollstuhlfahrer und Fußgänger mit Rollator oder Kinderwagen zugänglich sein. Möglichst wenig ins Auge fällt ein leichtes Edelstahlgeländer. Sitzbänke auf der Seite zum Rhein hin sollen das Betrachten des Stroms wie auch des Schiffs ermöglichen. Der Zwischenraum im Innenbereich der Plattform wird nach dem Konzept mit Spielnetzen überspannt: "Hier wird man sich reinlegen können", sagt Architektin Berger.

Die Ufertreppe

Zum Rhein mit dem benachbarten Schiffsanleger hin entsteht eine Freitreppe ähnlich der am Düsseldorfer Rheinufer unterhalb des Schlossturms - Sitzgelegenheit für Hunderte, besonders an schönen Sommerabenden. Die Baumberger Treppe spiegelt mit ihrer Dreicksform die Plattform oberhalb wider.

Der Zeitplan

Laut Zimmermann soll möglichst zeitig im kommenden Jahr mit der Baumaßnahme begonnen werden. "Spätestens im erstens Halbjahr 2018 soll alles fertig sein."

Die etwa 50 Bürger, die sich im Bürgerhaus informierten, applaudierten der Präsentation. Einige äußerten aber auch Bedenken.

Besucherverkehr

Die zwei Millionen Euro Gesamtkosten decken auch die Umgestaltung des Parkplatzes gegenüber den "Rheinterrassen" ab. Bei der Neuordnung der Stellplätze soll die bisherige begrünte "Insel" verschwinden. 66 Autos sollen künftig dort parken können - "kaum weniger als bisher", trotz Museumsschiff und Plattform, versichert der Bürgermeister. Mehrere Anwohner sehen dennoch einen motorisierten Ausflugsverkehr auf die Klappertorstraße zukommen, den sie nicht verkraftet.

Unfallgefahr

chon jetzt kommen sich auf dem Uferweg regelmäßig Fußgänger und Radler in die Quere. Dieser Konflikt werde sich verschärfen, hieß es aus dem Publikum. Wäre deshalb nicht eine Umleitung der Radler über den Parkplatz ratsam? "Das wird nicht funktionieren", so Zimmermann. Gegenseitige Rücksichtnahme sei gefordert.

Vermüllung

"Schon jetzt ist der Parkplatz nach Wochenenden voller Müll und Scherben - das wird ein Drecksloch werden", befürchtet ein Baumberger. Zimmermann widersprach: "Das wird ein Vorzeigeobjekt." Um es sauber zu halten, würden die städtischen Betriebe notfalls täglich dort vorbeischauen.

Quelle: RP
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