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Langenfeld
Musical setzt Robin Hood gut in Szene

Langenfeld. Gemeinschaftsproduktion der Musikschulen Langenfeld und Monheim bietet fünf starke Auftritte in der Stadthalle. Von Daniel Gehrmann

Gleich fünfmal hat das Musical "Robin Hood" am Wochenende die Stadthalle gefüllt. Die Gemeinschaftsproduktion der Musikschulen Langenfeld (federführend) und Monheim setzte als eigene Inszenierung mit rund 50 Mitwirkenden neue Maßstäbe. Dabei beeindruckte das durchweg hohe Niveau.

Mit der Auswahl des Musicals von Martin Doepke aus dem Jahr 2003 hatte Choreograf Sándor Pergel eine glückliche Hand. "Robin Hood" entspricht den Anforderungen an das Ensemble und den Aufführungsmöglichkeiten Langenfelds. Zugleich bietet der bekannte Stoff rund um Verteilungsgerechtigkeit, Intrige, Verrat und eine Liebesgeschichte alles, was ein Musical braucht: Robin von Locksley alias "Robin Hood" kämpft mit seinen Räubern und dem Mönch Tuck für England, für das Volk und für den gefangenen König Richard Löwenherz gegen den falschen Regenten John und dessen Frau, Lady Isabelle, gegen den korrupten Bischof Wycliff und den zynischen Sheriff von Nottingham. Am Ende siegt natürlich das Gute, Richard Löwenherz kehrt zurück, und Robin kann seine geliebte Marian heiraten.

Für die insgesamt fünf Aufführungen an drei Tagen waren einige Rollen doppelt besetzt. Die Sänger der Premiere am Freitagabend waren ihren Rollen durchweg gewachsen und boten reife Leistungen. Hier machten auch die "Bösen" eine gute Figur. Heike Lammersen etwa ließ als Lady Isabelle das Publikum mit ihrer Eiseskälte erschauern. Besonders ihr Soloauftritt war stimmlich wie darstellerisch packend. Chris Platte rockte mit "Abschaum", seiner Abrechnung mit dem Rest der Welt, den Saal, während Andreas Hall als Bruder Tuck es swingen ließ; in Hall steckt ein großer Komödiant, und sein gepflegtes Bayrisch war an sich schon unterhaltsam.

Bianca Muzyczka als Marian und Jennifer von Franken als Jess gaben ihre Rollen facettenreich, während Sabrina Neff als Amelia, Martin Prange als scheinheiliger und hasenfüßiger Wycliff und Volker Roß als Prinz John die humoristische Seite ihrer Rollen voll herausstellten. Stimmlich herausragend innerhalb des Ensembles war der Düsseldorfer Tenor Thomas Greiner als Robin Hood.

Dass die Premiere und die weiteren Aufführungen erfolgreich über die Bühne gingen, lag nicht nur an den sehr guten Leistungen der Einzelnen, die allein noch keine "gute Aufführung" garantieren: Die Inszenierung von Sándor Pergel sorgte für den nötigen Drive und hielt den Spannungsbogen über die zweieinhalb Stunden der Aufführung. Das Bühnengeschehen hatte eine große Dichte und Intensität. Das Zusammenspiel der Darsteller war hervorragend abgestimmt, die Tanzszenen perfekt choreographiert und synchronisiert. Getragen wurde das Ganze musikalisch von einem durchweg überzeugenden Ensemble unter der Leitung von Jan Raderschatt.

Nicht zu vergessen das stimmungsvolle Bühnenbild: Besondere Erwähnung verdient das von Andreas Hall mit Holzscheiten und Glimmlampen gebastelte Lagerfeuer, das auf der Bühne anheimelnd und täuschend echt flackerte. Man darf also gespannt sein auf die nächste Produktion.

Quelle: RP
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