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Monheim
Musikschule plant mehr Angebote für Senioren

Monheim: Musikschule plant mehr Angebote für Senioren
Jörg Sommerfeld ist seit April Leiter der Monheimer Musikschule. Er lehrt dort seit 1997. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Schon die Regalwand mit den Fächern für die einzelnen Lehrkräfte im Lehrerzimmer symbolisiert die neue Zeit, die mit dem Bezug des Neubaus am Berliner Ring für die Musikschule hereingebrochen ist. "Jetzt gibt es einen pädagogischen Austausch", sagt Jörg Sommerfeld (50), seit 1. April Leiter der Einrichtung. Von D. Schmidt-Elmendorff

Bis zum Herbst 2015 unterrichteten die Lehrer in übers Stadtgebiet verstreuten Räumen. Aber als das neue Gebäude 2012 geplant wurde, hatte man nicht damit gerechnet, dass die Nachfrage nach Unterricht derart steigen würde: "Wir erreichen jährlich 2450 Menschen mit unseren Angeboten, insgesamt werden 21.600 Unterrichtsstunden gegeben", so Sommerfeld. Die zu planen sei inzwischen so aufwändig wie die Stundenplangestaltung einer allgemeinbildenden Schule. Der Lehrkörper umfasst immerhin 50 Köpfe.

Verblüffend findet Sommerfeld etwa, dass für das nächste Schuljahr 100 Kinder für die musikalische Früherziehung und den Musikkindergarten angemeldet wurden, obwohl ja alle Erstklässler dank MoMo mit einer kostenlosen Grundausbildung ausgestattet werden. Dabei hegt die Musikschule das ehrgeizige Ziel, dass sich mindestens die Hälfte der Zweitklässler im Anschluss für ein Instrumentenfach anmelden. Dieses Ziel ist mit den 200 Neuanmeldungen für das nächste Schuljahr fast erreicht.

Überhaupt verzeichnen alle neu eingeführten Angebote eine steigende Nachfrage: Soeben fand der Schulwettbewerb für die Begabtenförderung statt, bei dem sich Schüler nach ähnlichen Kriterien wie "Jugend musiziert" der Bewertung durch eine externe Jury stellen und einen ersten Preis ergattern müssen. 30 Schüler werden derzeit mit 15 Minuten Extra-Unterricht gefördert. Die Zielmarke ist, dass zehn Prozent der Schüler in den Genuss der Förderung kommen. "Aber da sind wird noch nicht", so Sommerfeld.

Für die Musikschule zahlen sich inzwischen ihre langjährigen Kooperationen auch mit den weiterführenden Schulen aus: Aus den Bläserklassen an der Gesamtschule ist ein Blasorchester gewachsen, das "Oberstufenliteratur spielen kann". Und mit dem Otto-Hahn-Gymnasium hat man kürzlich eine Big Band in Standardbesetzung auf die Beine gestellt und vier Tage lang geprobt. Und die Anfang 2016 gegründete Musical-Klasse, die sich größenteils aus den Darstellern von "Rheinheim" rekrutiert, wird am 13. und 14. Oktober das von Felix Janosa eigens komponierte Fantasy-Abenteuer Elavia (welt-ur)aufführen. "Anders als bei einem vorliegenden Stück hatte wir als Auftraggeber die Möglichkeit, unseren Schülern die Rollen auf Leib und Stimme zuzuschreiben", so Sommerfeld.

Trotz der steigenden Schülerzahlen komme man aber mit dem Raumangebot des Gebäudes gut zurecht, versichert Sommerfeld. Man überlege sich vielmehr, wie man es vormittags besser auslasten könne, etwa durch mehr Angebote für Senioren. Der Seniorenchor unter der Leitung von Gisela Schmelz werde sehr gut angenommen, so Sommerfeld. An diesem Dienstagmorgen erfüllt der vielstimmige Klangkörper das gesamte Gebäude.

Der neue Leiter, der seit 1997 an der Musikschule lehrt und zehn Jahre lang Georg Thomanek als Stellvertreter zur Seite stand, möchte die Angebote inhaltlich weiterentwickeln. "Musikpädagogik ist eine noch junge Wissenschaft. Daraus könnte man auch einiges für die Praxis ableiten und neue Unterrichtsmethoden ausprobieren."

Quelle: RP
 
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