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Langenfeld
Mutter kämpft für Rückkehr nach Abschiebung

Langenfeld: Mutter kämpft für Rückkehr nach Abschiebung
Merita und Noria sind Mitte September nach Albanien abgeschoben worden. Sie haben viele Freunde in Langenfeld. FOTO: www.openpetition.de/ Schumacher
Langenfeld. Merita musste Deutschland mit ihrer Tochter verlassen. Nun gibt es eine Petition für die Albanerin, die in Langenfeld lebte. Von Sabine Schmitt

Eine Frau sitzt auf einer Treppe und lächelt in die Kamera. Braune, lange Haare, T-Shirt, Leggins, Sandalen. Ihren Arm hat sie um ihre kleine Tochter gelegt. Auf ihrem Oberschenkel ruht die kleine Hand ihrer Tochter. Dieses Foto von Merita und der fünfjährigen Noria wird gerade dutzendfach bei Facebook geteilt. Mit einer Nachricht, die viele erschüttert.

Die Mutter und ihre Tochter sind Mitte September nach Albanien abgeschoben worden. Die Langenfelderin kämpft jetzt dafür, ihnen den Weg zurück zu ermöglichen. "Wirklich wichtig Freunde ... bitte unterschreiben und teilen, dass die Tasten glühen", schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Es gehe um eine kleine Freundin von Julian, ihrem Sohn. "Eine Herzensangelegenheit." Dazu der Link zu einer Online-Petition. Mehr als 500 Unterstützer haben bis gestern schon für Merita und Noria unterschrieben. Wenn es 870 werden, gibt es ein sogenanntes Quorum. Dann wendet sich das Team der Online-Plattform openPetition an die zuständigen Entscheidungsträger. Sie fordert dann eine Stellungnahme ein - das sei in diesem Fall in der ersten Instanz Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider, heißt es. Die Stadt Langenfeld aber sagt: Hier sei ausschließlich das Ausländeramt beim Kreis Mettmann zuständig.

Ob die beiden zurückdürfen, ist ungewiss. Aber es gibt Hoffnung. Im Sommer 2017 war die 15-jährige Schülerin Bivsi Rana mit ihren Eltern aus Duisburg nach Nepal abgeschoben worden. Auch ihr Fall war über openPetition bekanntgeworden. Die Stadt Duisburg, ihr Oberbürgermeister, und das Land NRW setzten sich maßgeblich dafür ein, dass Bivsi und ihre Eltern mit einem Schülervisum zurück nach Deutschland durften. Auf so eine Wendung hoffen auch Meritas und Norias Unterstützer. Chantale Schumacher schreibt: Merita sei mit Noria nach Deutschland gekommen, als Noria zehn Monaten alt war. "Beide waren bestens integriert, sprechen die deutsche Sprache, die Mutter hatte sogar einen Arbeitsplatz bei der katholischen Kirche. Beide hatten hier in Deutschland Freunde und Bekannte, die zu einer Familie für die beiden geworden sind." Noria war auch im Kindergarten. Sie galt dort als sehr aufgewecktes, fröhliches und sehr glückliches kleines Mädchen. "Und war dazu auch noch sehr intelligent", schreibt Chantale Schumacher. "Die kleine Maus hatte wie unsere Kinder gerade mit der Vorschule begonnen und sich zusammen mit ihren kleinen Freunden auf die bevorstehende Schule vorbereitet. Sie hat sich so sehr auf den Schulanfang im kommenden Sommer gefreut." Im Kindergarten sind Norias Freunde traurig und verwirrt. "So plötzlich ... auf einmal weg ... alle Kinder fragen sich, warum Noria weg ist ...", schreibt eine Mutter bei Facebook.

Chantale Schumacher und andere Unterstützer wissen, dass Albanien offiziell als sicheres Herkunftsland gilt. Für Merita und Noria sei es das in Anbetracht persönlicher Umstände nicht. Gerade Frauen hätten es in Albanien noch immer sehr schwer. Und Noria? Sei jetzt in einem ihr fremden Land. "Ohne Freunde und die Menschen, die sie tief in ihr Herz geschlossen haben."

Quelle: RP
 
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