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Langenfeld
Mutter verkauft Marihuana

Langenfeld. Gericht verurteilt Angeklagte, die Minderjährigen Drogen verkauft haben soll. Von Sabine Schmitt

Eine Mutter, drei Jugendliche, eine Anleitung zum Jointdrehen, ein paar Gramm Marihuana - und im Nachhinein eine Menge Ärger. So lässt sich der Abend des 19. Juli 2015 wohl am besten für die Beteiligten zusammenfassen. Was war da los? Eine Mutter hatte ihrem Sohn und dessen Freunden je zehn Euro abgeknüpft und ihnen dafür insgesamt etwa "drei, vier Gramm" Marihuana gegeben. Weil einer der Minderjährigen keine Ahnung hatte, wie man einen Joint dreht, half die Mutter nach. Doch die Sache flog auf. Gestern wurde der Fall vor dem Langenfelder Amtsgericht verhandelt.

"Das war eine Dummheit, ich bedauere das sehr", sagte die Mutter, die während der gesamten Verhandlung ansonsten sehr still und in sich gekehrt war. Der Vorwurf gegen sie: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Als Zeugen geladen waren unter anderem die beiden Freunde des Sohnes, die mittlerweile 17 und 18 Jahre alt sind.

Der 17-Jährige, ein Berufsschüler, erzählte so von dem Abend: Er und der Sohn der Angeklagten hätten sich getroffen, und zunächst in der Wohnung von dessen Vater "einen geraucht". Das Marihuana für den ersten Joint habe der Sohn der Angeklagten da gehabt. Als der dritte Freund dazukam, wechselten die Jungs in die Wohnung der Mutter, dort machte die Mutter den Jungs das Angebot, ihnen etwas von ihrem Marihuana zu verkaufen. Die Mutter bestätigte das so vor Gericht. Weil sie ihnen Geld abgenommen hatte, ging es in der Verhandlung auch um die Frage: Hat die Mutter gewerbsmäßig gehandelt? Oder umgangssprachlich formuliert: War die Mutter eine Dealerin? Das ließ sich nicht belegen. Die Freunde des Sohnes erklärten, das sei so eine einmalige Sache gewesen - unter der allerdings auch die Freundschaft unter den Jungs und der Angeklagten gelitten zu haben scheint. Die geladenen Jugendliche und die Mutter würdigten sich keines Blickes. Der jüngere der Zeugen berichtete auch von Bedrohungen: "Zu mir haben Leute gesagt: ,Wenn da noch was kommt, bringen wir dich um."

Am Ende das Urteil: ein Jahr Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, dazu der Verzicht auf illegale Drogen - und zwei Drogentests.

Quelle: RP
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