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Langenfeld
Naturfreunde führen hinter Zaun und Hecke

Langenfeld. Bei einer Exkursion waren Fauna und Flora am sonst unzugänglichen Hainenbusch zu erleben. Von Sandra Grünwald

Schon lange ist der Hainenbusch am ehemaligen Baggersee in Richrath als "geschützter Landschaftsteil" ausgewiesen. "Das ist die Vorstufe zum Naturschutzgebiet", sagt Ingrid Schoebel von der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Langenfeld, die seit Anfang der 1990er Jahre einen großen Teil des Gebiets pflegen und verwalten. "Damals wurde die Bauschuttdeponie, die hier ansässig war, geschlossen." Das Gelände lag brach und allerlei seltsame Dinge sind hier vor sich gegangen. "Jemand hat ein Baumhaus gebaut, und wir haben auch eine angekohlte tote Katze gefunden", erzählte Schoebel jetzt bei einer Führung.

Durch eine dichte Hecke und einen Zaun wurde ein Teil des Areals nun abgeschlossen. "Auch wir gehen zu bestimmten Zeiten nicht hinein", betont Schoebel. Vor allem im Winter werden Pflegemaßnahmen durchgeführt. Bei der Exkursion erklärte die Naturschützerin, welche Sträucher für die Hecke gepflanzt wurden: "Alles einheimische Gehölze." In diesen fanden inzwischen viele Tierarten eine Heimat. "Zum ersten Mal habe ich Raupen des Tagpfauenauges hier gesehen", freut sich Siegfried Stangel von der Arbeitsgemeinschaft. Die wunderschönen Schmetterlinge legen ihre Eier nämlich nur auf ausgesuchten Brennnesseln ab.

Rund 60 Obstbäume wurden in und außerhalb des abgeschlossenen Bereichs gepflanzt. Äpfel, Pflaumen, Quitten, Walnuss. "Damit die Leute hier Obst pflücken und das Fallobst einsammeln können", sagt Schoebel. Auf dem etwa drei Hektar großen Gelände, das die Arbeitsgemeinschaft betreut, hat auch Imker Detlev Garn "den schönsten Bienenstandort" gefunden, chemiefrei und ungestört. Seit zehn Jahren lässt er seine fünf bis zehn Bienenvölker hier sammeln. Für die Exkursionsteilnehmer brachte er Honig zum Probieren mit. Linde, Frühtracht und Waldhonig. "Es ist ein Areal mit einer unglaublichen Vielfalt", betont der passionierte Imker. Und das ist es auch, was der Arbeitsgemeinschaft so wichtig ist. Ob Erdorchideen oder Weißdornsträucher, ob Holunder, Bruchwald oder Wiesenblumen - die Vielfalt soll erhalten bleiben. "Zweimal im Jahr haben wir Schafe auf dem Gelände, die das Gras kurz halten", erzählt Stangel noch.

Quelle: RP
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