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Monheim
Neubauten entspannen den Markt

Monheim: Neubauten entspannen den Markt
An der Poststraße baut die Zeibig GmbH derzeit zwei Mehrfamilienhäuser. Alle Wohnungen sind bereits vergeben. Das Unternehmen plant drei weitere Projekte. FOTO: Matzerath
Monheim. Am Sonntag findet in der Marienburg der Immobilien-Tag statt: ein Forum für Wohnungs- und Haussuchende. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Das Internet hat uns nicht abgelöst", sagt Rolf Ischerland. Der Leichlinger veranstaltet Immobilienmessen im Rheinland und Ost-Westfalen. "Unser Vorteil ist der direkte Augen-Kontakt zwischen Anbieter und Kunde." Gerade der Immobilienstandort Monheim profitiere von der jüngst erworbenen Prosperität der Stadt, dem jugendlichen Geist, der durch die Stadt wehe. Die sehr gute Infrastruktur ziehe Kaufinteressenten an, die dem hohen Preisniveau in Köln und Düsseldorf ausweichen wollen. Für Sonntag 22. Oktober, lädt Ischerland zu seiner alljährlichen Messe in die Marienburg ein.

Die Firma Zeibig aus Langenfeld wird drei Neubauprojekte vorstellen. Am Gartzenweg 46 entstehen zwölf Eigentumswohnungen von 68 bis 137 Quadratmetern Größe. Alle Wohnungen sind über einen Aufzug von der Tiefgarage aus erreichbar und hochwertig ausgestattet. Erst kürzlich hat die Firma zwei weitere Grundstücke erworben, die Kirchstraße 23 und 25 und die Neustraße 8, unmittelbar neben dem Ulla-Hahn-Haus. "Die drauf stehenden Häuser konnten nicht mehr saniert werden", sagt Katrin Zeibig.

Während die Wohnungen an der Poststraße vornehmlich von Monheimern gekauft worden seien, interessierten sich weiterhin auch Investoren für Wohnungen als wertstabile und relativ renditestarke Anlage. Die eher kleineren Wohnungseinheiten seien vor allem für ältere Menschen interessant, die ihre Eigenheime und die damit verbundenen Lasten abgeben möchten, so Zeibig. Die Firma übernehme dann die Veräußerung der Gebrauchtimmobilien. Davon seien so wenige auf dem Markt verfügbar, dass die Nachfrage kaum zu decken sei.

"Insofern tragen Neubauten sehr zur Entspannung des Wohnungsmarktes bei, denn nicht jeder kann sich einen Nebau leisten", sagt Alexandra Lager vom Immobilienstore in Baumberg. Die Maklerin wird zum Immobilientag ihren Marktbericht veröffentlichen. Sie hat die eigenen Transaktionen sowie die jährlich herausgegebenen Daten des Grundstücksmarktberichts des Kreises Mettmann über alle beurkundeten Verkäufe im Jahre 2016 analysiert. Für eine gebrauchte Immobilie (130 Quadratmeter, ohne Garage) hat sie so einen Durchschnittswert von 282.620 Euro ermittelt. "Das ist ein Preis, der Gebrauchtimmobilien aller Baujahrsklassen und auch große Unterschiede in den Lagen abdeckt, von der Altstadt bis zum Berliner Viertel", erklärt sie. "Völlig unsanierte Immobilien gibt es darunter kaum, der Vorteil dieser Objekte besteht in den großen Grundstücken", so Lager.

Angesichts des niedrigen Zinsniveaus seien die Kaufbedingungen immer noch günstig, sagt Finanzdienstleister Norbert Puhane, der vor allem auf 25 bis30 Jahre angelegte Volltilgerkredite vermittelt (bei einer Annuität von fünf Prozent). Der Vorteil: Die Kunden müssen nicht wegen einer Anschlussfinanzierung zur Bank. Meist handele es sich bei den Kaufobjekten um Gebraucht-immobilien. "Die jüngeren Käufer haben großes Interesse an einer energetischen Sanierung, für die sie immer auch KfW-Mittel in Anspruch nehmen können. Auch die Banken sehen das wegen der positiven Wertentwicklung der Immobile positiv", sagt Puhane. Die Betriebskosten eines Hauses seien heute und auch in Zukunft wesentlich.

"Wichtig ist aber, dass sich die Käufer angesichts der heute oft erhobenen Mondpreise nicht ,verkaufen' und neben einer kurze Festzinslaufzeit (für eine niedrige Zinsbelastung) auch noch eine zu geringe Tilgungsrate vereinbaren. Dadurch verlängert sich nicht nur die Rückzahlungsdauer, auch kann die Belastung später sehr viel höher werden." Überdies würden die Immobilienpreise irgendwann wieder sinken. Der ursprüngliche Kaufpreis lasse sich dann auch bei einem Notverkauf nicht mehr erzielen.

Quelle: RP
 
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