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Kreis Mettmann
Neue Kreis-Leitstelle wird in Mettmann gebaut

Kreis Mettmann. Nach dem gestrigen Beschluss des Kreistags kommt als Standort das Gelände neben der Kreispolizei in Frage. Von Oliver Wiegand

Wenn im Kreis Mettmann jemand die Notruf-Nummer 112 wählt, muss es schnell gehen. Ob schwerer Verkehrsunfall, ein Brand oder ein naher Verwandter, der mit starken Schmerzen in der Brust zusammengebrochen ist - die Disponenten in der Kreisleitstelle müssen entscheiden, was jetzt zu tun ist. Sie erfragen die wichtigsten Informationen und schicken den Krankenwagen oder einen kompletten Feuerwehr-Zug los.

Im Kreissausschuss wurde gestern der Weg frei gemacht für einen Neubau der Kreisleistelle in Mettmann. Denkbarer Standort: Das Grundstück neben der Kreispolizeibehörde in Mettmann ist schon lange frei, nachdem der Versuch, dort ein Finanzamt für den Kreis Mettmann zu bauen, gescheitert ist. In den vergangenen Wochen haben hinter den Kulissen offenbar sogenannte "Interkommunale Arbeitskreise" getagt.

"Nicht alle Städte sind mit dem Neubau der Kreisleitstelle einverstanden", sagte Dezernent Nils Hanheide gestern im Kreisausschuss. Doch es sei auch nicht so, dass die überwiegende Mehrheit dagegen sei. Die Parteien im Kreistag begrüßten die ins Auge gefasst Lösung mit einem Neubau in Mettmann. "Wir versprechen uns auch Synergieeffekte mit der Polizei", sagte Klaus Müller (FDP). Landrat Thomas Hendele (CDU) sagte vor der Abstimmung: "Es geht nicht mehr anders, wir müssen das heute entscheiden."

Hintergrund: Derzeit hat die Kreisleitstelle ihren Sitz im Gebäude der Feuerwehr Mettmann an der Laubacher Straße. Doch das Gebäude muss dringend saniert werden. Darüber hinaus hat die Stadt Mettmann schon vor zwei Jahren entschieden, die Kooperation mit dem Kreis zu beenden.

Dazu kommt: Zuständig ist die Kreisleitstelle nur für sechs der zehn kreisangehörigen Städte. Die übrigen Städte - Haan, Langenfeld, Monheim und Velbert - sind bisher nicht auf die Kreisleitstelle aufgeschaltet. Das Problem hat der Kreis im Ausschuss deutlich formuliert: "Eine Zeitnähe bei der Entsendung von Rettungsmitteln sowie eine gleichmäßige Qualität bei der Notrufabfrage und -bearbeitung kann nicht durchgängig gewährleistet werden." Das hört sich nach nüchternem Verwaltungsdeutsch an - im Einzelfall kann das dramatisch werden. So hat der Pfingststurm "Ela" im vorigen Jahr deutlich gemacht, wie schwierig die gegenseitige Information der Leitstellen in unübersichtlichen Lagen sein kann. Die Zusammenarbeit soll durch die neue Leitstelle verbessert werden.

Quelle: RP
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