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Langenfeld
Neues Angebot lässt Rad-Tourismus boomen

Langenfeld: Neues Angebot lässt Rad-Tourismus boomen
Beim Probebetrieb wurde 2016 ein Hänger ("Hochlader") von Busbegleiter Torsten Weber (auf der Rampe) und RVK-Prokurist Udo Wasserfuhr (vorn) getestet. Eingesetzt wird ab 25. Juni ein leicht zu bedienender, offener Hänger (r.o.) wie er schon in Aachen eingesetzt wird (r.u.). Fotos: RVK / Schütz (Archiv) / Schulteis FOTO: Michael Schütz
Langenfeld. Am 25. Juni geht der "Bergische Fahrradbus" auf dem 54 Kilometer langen Weg zwischen Opladen und Marienheide auf die Reise. Von Udo Teifel

170.669. Diese Zahl unterstreicht, dass im Bergischen Land der Radtourismus boomt. 170.669 Radfahrer waren auf der Balkantrasse im Zeitraum zwischen Juni 2015 und April 2017 unterwegs. Gezählt an einer Messstelle der Stadt Wermelskirchen zwischen Hilgen und Neuenhaus. Ob sie auf der gesamten Balkantrasse und dem Wasserquintett Bahntrassenweg unterwegs waren, lässt sich nicht belegen.

Diese Zahl dürfte alsbald sprunghaft in die Höhe schießen. Am 25. Juni soll erstmals der neue Bergische Fahrradbus auf den Weg geschickt werden. Und zwar zwischen Leverkusen-Opladen über Wermelskirchen und Hückeswagen bis Marienheide. Und das wird sicher noch mehr Radfahrbegeisterte auf die ehemaligen Bahntrassen bringen. Die Idee mit einem Fahrradbus ist nichts Revolutionäres. In der Mosel- und Eifelregion zum Beispiel sind solche Fahrradbusse längst erfolgreich im Einsatz. Sie fahren - ebenso wie der bereits erfolgreiche "Bergische Wanderbus" - an Sonn- und Feiertagen von Ostern bis zum Ende der Herbstferien. Dort wird ebenfalls auf ehemaligen Bahntrassen geradelt. Und wer zu müde Beine für den Rückweg hat, setzt sich in den Fahrradbus, stellt sein Zweirad auf einen Hänger und genießt dann auf der Rückfahrt - egal aus welcher Richtung er kommt - die Landschaft durchs Busfenster. Das werden endlich auch die Bergischen und deren Radtouristen im Bergischen Land genießen können. Zum Beispiel morgens hin, nachmittags zurück. Wer diese 102 Kilometer zwischen Opladen und Marienheide (mit Abstecher nach Lennep: 112 Kilometer) mit Muskelkraft (oder auch unterstützt auf E-Bikes) schafft, darf sich glücklich schätzen. Doch die 51 Kilometer lange, einfache Tour auf der Balkantrasse (Opladen bis Lennep) und dem Wasserquintett Bahntrassenweg (Abzweig Bergisch Born bis Marienheide) will auch genossen werden - mit seinen Abfahrten, Steigungen und schönen Aussichten. Das muss sich vor Jahren auch Udo Wasserfuhr gedacht haben. Er ist als Prokurist in der Geschäftsführung des Regionalverkehr Köln (RVK) tätig und einer der Väter des Bergischen Wanderbusses. Etwa 2012 kam ihm die Idee, so etwas auch für die Radfahrer anzubieten, doch erst einmal waren bürokratische Hürden zu überwinden. Immerhin mussten die Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs, also der Rheinisch-Bergische Kreis und der Oberbergische Kreis sowie Leverkusen, eingebunden werden. Diese haben inzwischen Grünes Licht gegeben, auch der Verein Leader Bergisches Wasserland unterstützt das Projekt.

FOTO: rvk

Am Dienstag hat nun der Regierungspräsident in Köln das Geld für die Anschaffung der Anhänger freigegeben, da das Anhörungsverfahren zur Änderung der bestehenden Linie bis dato nicht abgeschlossen ist. Udo Wasserfuhr freut sich, auch wenn es mit der ersten Fahrt zum Trassenfest am 11. Juni nichts wird. "Jetzt können wir die Anhänger kaufen. Und ab 25. Juni gehen wir auf Tour." Was ist geplant? An den Wochenenden und Feiertagen - parallel zum Bergischen Wanderbus - sollen in einem Takt, der auf die Bedürfnisse der Radfahrer abgestimmt ist, vier Fahrradbusse eingesetzt werden. Ergänzt und zum vollständigen Gespann werden die Busse mit vier Hängern, plus einer Reserve. Ausgangspunkt ist der Busbahnhof in Leverkusen-Opladen. Von dort geht es über die Haltestellen in Pattscheid (Bahnhof), Burscheid (Bahnhof), Hilgen (Raiffeisenplatz), RVK-Niederlassung in Wermelskirchen, Wermelskirchen-Neuenborn, Hückeswagen (Bahnhofstraße), Wipperfürth (Leiersmühle, Ohl-Busbahnhof, Ohler Wiesen) bis Marienheide (Busbahnhof). Eingesetzt werden jeweils zwei Busse in Gegenrichtung. Dafür müssen vier Anhänger angeschafft werden. Der RVK-Prokurist ist zuversichtlich, dass dieses Kooperationsprojekt von den drei Verkehrsunternehmen OVAG, RVK und Wupsi eine Erfolgsgeschichte wird. 16 Räder passen auf einen Hänger, weitere drei bis vier in den Bus. Eine größere Anzahl an Fahrrädern kann nicht transportiert werden, da die Gesamtlänge von Bus und Hänger mit zusammen 18,75 Metern nicht überschritten werden darf und ausschließlich die Beladung von der Bürgersteigseite in Frage kommt. "Da stehen rechtliche Vorgaben sowie die Sicherheit der Fahrgäste und des Fahrpersonals an erster Stelle", sagt Wasserfuhr. Wichtig ist für den Ideengeber, dass der Bus als touristisches Zusatzangebot der Radregion Rheinland nach zuletzt zwei Jahren Vorbereitung auch tatsächlich auf Tour geht. "Da kommt es nicht mehr auf ein paar Tage an", so Wasserfuhr.

Quelle: RP
 
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