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Langenfeld
Notfall-Praxis gerettet

Langenfeld: Notfall-Praxis gerettet
Das im Februar dieses Jahres entstandene Bild zeigt Hochbetrieb an einem Samstag in der Langenfelder Notfallpraxis an der Klosterstraße 32. FOTO: rm-
Langenfeld. Die KV Nordrhein hat sich kurzfristig für den Standort Langenfeld entschieden, weil der Ärzteverein angekündigt hat, die Notdienstpraxen nicht weiter betreiben zu wollen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat vor, die Notfallpraxis an der Klosterstraße 32 ab 1. Februar 2016 als KV-eigene Einrichtung zu betreiben. Bekanntermaßen will der Ärzteverein Südkreis als bisheriger Träger ihren Betrieb zum 31. Januar einstellen. Die Praxis neben dem St. Martinus-Krankenhaus werde damit - außerhalb der Praxisöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte - zur neuen zentrale Anlaufstelle im Südkreis Mettmann, erklärt KV-Sprecher Christopher Schneider. "Aktuell arbeiten wir zusammen mit unserer Tochtergesellschaft, der Gesundheitsmanagementgesellschaft mbH (GMG), die den Betrieb unserer Notdienstpraxen organisiert, daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen."

So muss laut Schneider unter anderem noch ein entsprechender Mietvertrag mit der Klinik über die vorhandenen Praxisräume abgeschlossen werden. Dies sei bisher nicht möglich gewesen, weil der Ärzteverein den Mietvertrag mit dem Krankenhaus seinerseits noch nicht gekündigt hat. "Wir wollen auch den bisherigen Angestellten der Notfallpraxis anbieten, sie in unserer Praxis weiter zu beschäftigen", so Schneider.

Der Sprecher betont, dass die KV Nordrhein indes nicht plant, die Notfallpraxis am Hildener St. Josefs-Hospital zu übernehmen. Sollte der Ärzteverein seinerseits jedoch Bedarf sehen, könnte er diese Praxis durchaus wie bisher weiter betreiben. Dass dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich sein soll, könne man aus KV-Sicht nicht bestätigen, erklärt Schneider. So gebe es beispielsweise in Düsseldorf und Köln weiterhin Notdienstpraxen in Trägerschaft von Ärztevereinen.

Der Ärzteverein Südkreis hatte am Wochenende mitgeteilt, dass die Kreisstellen der KV sowie der Ärztekammer die niedergelassenen Ärzte für die Monate Februar bis März 2016 zum Dienst in den Notfallpraxen eingeteilt haben; obwohl der Verein ja schon im September verkündet hatte, deren Betrieb zum 31. Januar aufzugeben. Dabei bleibt der Verein auch, wie Sprecher Hans-Peter Meuser betont.

Auf die Frage, wie denn die Kreisstellen dazu kommen, einfach über die Praxisräume am St. Martinus und am St-Josefs-Krankenhaus zu verfügen, erklärt Meuser lapidar: "Das haben sie einfach getan. Der Ärzteverein muss die Räume zum 31. Januar kündigen - wir warten damit aber bis zum letzten Tag." In Hinblick auf die geplante Strukturreform, wonach die Zahl der Notfallpraxen von 84 auf 43 reduziert werden soll, verfolgen die Ärzte im Südkreis andere Pläne als die KV, wie Meuser einräumt. Der Verein nämlich möchte, dass die Praxis in Hilden als Hauptpraxis erhalten bleibt, Langenfeld als Dependance. "Dort haben wir mehr Ärzte und das Einzugsgebiet ist mit Haan und Erkrath größer als in Langenfeld."

Die KV indes ist zu der Überzeugung gekommen, dass die Räumlichkeiten am St.-Martinus-Krankenhaus besser geeignet sind. "Ein weiteres Argument ist die geografische Lage," so Schneider. An dieser Entscheidung änderten auch die jetzt verschickten Dienstpläne nichts. Damit widersetzen sich laut Meuser die Kreisstellen von KV und Ärztekammer dem Reformwunsch des KV-Vorsitzenden Peter Potthoff, den Organisations-Plan zu ändern, in dem unter anderem festgelegt wird, wie viele Notfallpraxen im Kreis zu welchen Zeiten geöffnet haben. Mit anderen Worten: So soll Druck auf Potthoff ausgeübt werden, beide Notfallpraxen zu erhalten.

"Wenn aber der Ärzteverein die Praxis in Hilden offenkundig schließt, muss der Plan entsprechend geändert werden", erklärt der KV-Sprecher. Jetzt hat der Verein wieder den Schwarzen Peter.

Quelle: RP
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