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Langenfeld/Monheim
Notfallseelsorge ab jetzt rund um die Uhr

Langenfeld/Monheim. Die evangelischen Kirchenkreise und das katholische Kreisdekanat haben das wichtige Hilfsangebot neu organisiert. Von Stephan Meisel und Petra Czyperek

Der Langenfelder Immobilienmakler Guido Boes ist ehrenamtlich als Notfallseelsorger aktiv. Wenn der 53-Jährige zu einem Einsatz gerufen wird, muss er Angehörige bei einem extremen Schicksalsschlag unterstützen. Das kann ein tödlicher Unfall auf der Autobahn sein, ein Gewaltdelikt oder ein Suizid. "Wir vermitteln Stabilität und Ruhe. Wir können trösten - aber manchmal muss man den Tod einfach nur ohne Worte gemeinsam aushalten." Seit Anfang Juli ist die Notfallseelsorge in der Region neu organisiert - und nunmehr an allen Tagen des Jahres im gesamten Kreisgebiet Mettmann gewährleistet.

Gemeinsam geht es besser. Und so haben sich bei der Notfallseelsorge die drei evangelischen Kirchenkreise Leverkusen (mit Langenfeld und Monheim), Düsseldorf-Mettmann und Niederberg sowie das katholische Kreisdekanat Mettmann zusammengeschlossen. Für einen wirksamen Einsatz rund um die Uhr arbeiten Seelsorger im Ehren- und Hauptamt zusammen. Gemeinsam mit den Koordinatoren Boes und dem evangelischen Mettmanner Pfarrer Jürgen Draht schaffen sie eine verlässliche Organisation, um Menschen in akuten, schwer belastenden Situationen zu begleiten.

Ausschlaggebender Impuls war der Brand 1996 am Düsseldorfer Flughafen, sagt Beate Meurer vom Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann. "Feuerwehr und Rettungsdienste hatten für bestimmte Einsatzsituationen die Unterstützung der Kirche angefragt." Evangelische und katholische Kirche im Kreis sehen die Notfallseelsorge als ureigene Aufgabe an, betont Meurer. "Es war von Anfang an das Ziel, sich an den Strukturen des Rettungsdienstes kreisweit zu orientieren, um die Zusammenarbeit zu erleichtern."

Im Laufe der Jahre haben sich Boes zufolge die personellen Ressourcen verändert. "In den Dienstplänen aller beteiligten Organisationen gab es immer wieder schwer zu füllende Lücken." Das habe den Ausschlag gegeben, eine zuverlässige und effiziente Lösung zu suchen und zu finden. "Wenn die Rufbereitschaft auf vielen Schultern verteilt werden kann, ist das natürlich ein großer Vorteil. Ein gemeinsamer Dienstplan entlastet jede Kollegin und jeden Kollegen. Die Zuverlässigkeit ist damit gegeben und die Motivation der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger gestärkt."

Der katholische Pfarrer und Kreisdechant Daniel Schilling unterstreicht die Bedeutung der zum Juli neu geschaffenen Struktur. "Jeder Mensch ist ein geliebtes Kind Gottes und verdient immer und überall Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung. Besonders in Ausnahmesituationen bedarf es einer authentischen Person, die einfach da ist, die nicht fragt, ob man katholisch, evangelisch oder sonst was ist. Es gibt Situationen, da braucht der Mensch einfach einen Menschen." Gerade in der Notfallseelsorge komme ökumenische Verbundenheit für die Menschen wirksam zum Ausdruck.

"Neben den hauptamtlichen Einsatzkräften leisten die Ehrenamtlichen jetzt schon und in Zukunft verstärkt einen erheblichen Beitrag", bekräftigt Superintendent Pfarrer Jürgen Buchholz (Kirchenkreis Niederberg). "Sie übernehmen Vertretungen und die Rufbereitschaft an den Wochenenden, lassen sich bei größeren Einsatzlagen nachalarmieren." Auch Superintendent Gert-René Loerken vom Kirchenkreis Leverkusen würdigt die "wichtige, aber auch schwere Arbeit. Wir sind froh, dass durch die Kooperation das Angebot erhalten bleiben kann."

Am heutigen Montag werden laut Draht zusätzlich zu den schon aktiven Notfallseelsorgern im Ehrenamt weitere Frauen und Männer beauftragt. "Deren theoretische Basisausbildung, die auch ein Praktikum beinhaltet, ist abgeschlossen. Bei den ersten Einsätzen werden sie von erfahrenen Kollegen begleitet werden."

Quelle: RP
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