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Langenfeld
Öko-Wildnis mit viel moderner Kunst ist kaum bekannt

Langenfeld. Das Institut für Öffentliche Verwaltung an der Hochdahler Straße in Hilden wird 50 Jahre alt. Gefeiert wird am 28. September. Von Christoph Schmidt

Tausende Verwaltungsfachangestellte und Regierungssekretäre, etwa für das Innenministerium, sind hier ausgebildet, ebenso viele Verwaltungsfachleute weitergebildet worden. Das Institut für öffentliche Verwaltung in Hilden wird 50 Jahre alt. Das wird am 28. September gefeiert. Das Institut ist zweifellos eine der ungewöhnlichsten Verwaltungsschulen im Land. Sie liegt verborgen mitten in einem Naturparadies voller seltener Tiere und Pflanzen - direkt am Autobahnkreuz Hilden. Ihre Öko-Wildnis steht voll mit moderner Kunst, die das Land einst ankaufte. Die Außenmauer ist Hildens größte Graffiti-Galerie. Und in dem verwunschenen Park finden Jazz-Workshops und Malkurse statt.

Eigentümer des 120 000 Quadratmeter großen Areals ist das Land. Der Sand- und der Krebsbach schlängeln sich durch das Landschaftsschutzgebiet Kolksbruch mit fünf verschiedenen Biotopen. Hier gibt es noch Süßwassermuscheln und Bachkrebse. Seltene Tiere und Pflanzen haben einen Rückzugsraum gefunden. Zaunkönig, Kleiber, Dompfaff, Grün- und Buntspecht sind schon beobachtet worden und selbst der scheue Eisvogel. Der frühere Institutsleiter Hans van de Water begann schon in den 1980er Jahren mit dem ökologischen Umbau des einst "englischen Gartens". Nur die notwendigsten Pflegemaßnahmen wurden gemacht. Ansonsten durfte die Natur sich entfalten. "Unser Areal hat den Charme einer Öko-Wildnis", sagt der heutige Leiter Johannes Heinrichs. Schülern und Mitarbeitern der Landesministerien, die dort gerne tagen, gefällt's.

Kunstfreund Hans de Water dekorierte den urwüchsigen Park mit moderner Kunst. Die Plastiken und Skulpturen sind in der Regel Leihgaben der Kunstsammlungen des Landes. Die Edelsstahl-Skulptur "Stereomid beta a/1/3" des Düsseldorfer Künstlers Karl-Ludwig Schmaltz steht am Eingang. Nach der Ausstellung "D-88" in der Landeshauptstadt wusste niemand so recht, wohin mit den großen Exponaten. de Water brachte Hilden ins Spiel. So fanden auch Imre Kocsis (Düsseldorf) Granit-Dreiecke oder ein Werk des Bildhauers Reinhard Omir (Düsseldorf) ein dauerhaftes Domizil. Auch Kurt Zimmermann, Heinz Kreutz, Kurt-Wolf von Borries, Hannelore Köhler, Eberhard Viegener, Georg Grulich und Gabriele Grosse sind mit Arbeiten vertreten.

Einziger Wermutstropfen: Das Gelände ist nicht öffentlich zugänglich. Außer für die Teilnehmer von Jazz-Workshops (Sumerjazz) und Malkursen (Sommerakademie), die das Kulturamt und Stadtmarketing gemeinsam mit der Verwaltungsschule veranstalten. Die Musiker und Maler lassen sich von dieser ganz besonderen Location inspirieren. Eine Seite der Außenmauer hat die Verwaltungsschule als Freiluft-Galerie für Graffiti-Künstler freigegeben - die andere ist tabu. Das funktioniert seit mehr als 20 Jahren. Dominik Hebestreit hat hier seine ersten Bilder gesprüht: "Das war ein wichtiger Lernort für mich." Heute kann der studierte Kommunikationsdesigner von seiner Graffiti-Kunst leben. Im vergangenen Jahr musste die Mauer saniert werden. Dafür mussten die Graffiti verschwinden. Seit dem vergangenen Jahr ist Hildens "East-Side-Gallery" wieder da und bietet junger Straßenkunst eine große Bühne. Wer einen Eindruck von der Verwaltungsschule an der Hochdahler Straße 280 und ihrem verwunschenen Park gewinnen möchte, hat dazu am Donnerstag, 30. Juli, Gelegenheit. Die Dozenten des Summerjazz geben dann um 20 Uhr im Institut ein öffentliches Abschlusskonzert.

Quelle: RP
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