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Analyse
Online-Check: Monheim hängt Langenfeld ab

Langenfeld/Monheim. Nach einer Untersuchung der Grünen belegt monheim.de unter den Portalen aller 396 Kommunen in NRW den 33. Platz. Langenfeld ist immer noch im oberen Drittel, aber nur noch auf Platz 128 statt 85 (2014). Von Thomas Gutmann

Wenn die Stadt Monheim Erfolge verkauft oder bei Problemen beschwichtigt, dann ist Thomas Spekowius fast immer mit im Spiel, aber selten der Adressat von Lob oder Kritik. Die Lorbeeren indes, die es jetzt aus Düsseldorf gab, darf der Mann aus der städtischen PR-Abteilung selbst einheimsen: Beim Online-Check der Grünen-Landtagsfraktion landete Monheim unter allen 396 Kommunen in NRW auf Platz 33. Damit zählt der Internet-Auftritt der Gänseliesel-Stadt nach Überzeugung der Grünen zum besten Zehntel im Land. "Nach Schulnoten ist das eine Eins minus bis Zwei plus", freut sich Spekowius, der www.monheim.de federführend verantwortet.

Ein Team um den Netzpolitischen Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Matthi Bolte bewertete zum zweiten Mal nach 2014 die Internet-Auftritte sämtlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW nach Kriterien wie Bürgerservice, Transparenz und Beteiligung. Die Höchstpunktzahl von 40 erreichte keine Kommune, aber die Spitzenreiter Bonn und Köln waren mit 39 nah dran. Politische Steckenpferde der Öko-Partei wie eine Hygiene-Ampel (Gastronomie) oder Infos für Flüchtlinge flossen in die Bewertung mit ein, spielten jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Monheim kam auf 22 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zu 2014 um einen Platz. Langenfeld (17 Punkte) landete auf Platz 128 und damit noch im oberen Drittel, rutschte aber gegenüber 2014 um 43 Plätze ab.

Und das, obwohl www.langenfeld.de auf dem Feld des klassischen Bürgerservices - von der Anmeldung von Abfallgefäßen bis zum Online-Fundbuch - nach dem Grünen-Test besser abschneidet als monheim.de. Auf den Gebieten Mängelmelder, Bürgerhaushalt, Soziale Medien und Webdesign liegt indes Monheim vorne. Erfreulich: Die Rats-Infosysteme beider Städte erhalten jeweils die Höchstnote.

Wer - wie Lokaljournalisten - die Internetseiten seit Jahren intensiv nutzt, der kann das Grünen-Urteil in der Tendenz bestätigen: Auch die Langenfelder Seiten sind gut, aber die Monheimer sind besser. So verfügt die Posthorn-Stadt zwar über einen "elektronischen" Meckerkasten, aber nicht über einen gläsernen wie der Nachbar: Die von den Monheimern gemeldeten Mängel werden öffentlich angezeigt, mit einem Status versehen (ungeprüft; in Bearbeitung; gelöst) und auf einem Stadtplan verortet. Augenfälligster Unterschied ist jedoch das Design: monheim.de wirkt großzügiger, aufgeräumter, nachrichtlicher als langenfeld.de. So bilden die "Informationen zur aktuellen Flüchtlingsaufnahme in Langenfeld" seit einer gefühlten Ewigkeit den ersten Blickfang auf dem Portal. Fürs bevorstehende Stadtfest hingegen muss der Nutzer die Seite hinunterscrollen. Und die Veranstaltungstermine werden - obwohl Langenfeld viel mehr davon zu bieten hat als Monheim - bei weitem nicht so "appetitanregend" präsentiert wie in der Rheingemeinde.

Während Langenfelds Stadtsprecher Andreas Voss gestern auf die parteipolitische Provenienz des Online-Checks verwies ("Dazu möchte ich keine Bewertung abgeben"), nimmt Monheims Öffentlichkeitsarbeiter Spekowius das Zeugnis als Ermutigung, "noch besser" zu werden: "Wir wollen die Optik nach dem Vorbild der Standortwerbung monheimplus.de weiter optimieren und könnten uns zum Beispiel vorstellen, touristische Informationen auch auf niederländisch zu bieten."

Quelle: RP
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