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Opposition unterstützt den Elternprotest

Analyse: Opposition unterstützt den Elternprotest
Selbst wenn die Betreuung von 8-1 nicht auf Bildung ausgelegt ist, wissen die Eltern ihre Kinder auch über den Unterrichtsschluss hinaus gut betreut. FOTO: Matzerath
Monheim. Bürgermeister Zimmermann und seine Partei Peto befürworten ein sukzessives Auslaufen der Halbtagsbetreuung. Die Politiker der kleineren Fraktionen im Rat sind geneigt, diese Betreuungsform auf Wunsch der Eltern als Alternative zur Ogata zu erhalten. Von D. Schmidt-Elmendorff

Der Protest einer Elterninitiative gegen ein Auslaufen der Halbtagsbetreuung an Grundschulen hat nun auch die Oppositions-parteien dazu bewegt, zu dem Thema Position zu beziehen. Alle sind willens, den Wunsch nach einer verlässlichen Betreuung bis zum Mittag zu respektieren. Als der Bürgermeister im November verkündete, Verwaltung und Träger seien sich einig, diese Betreuungsform wegen der geringen Nachfrage nicht weiter anzubieten, habe es für die Politik keinen Grund gegeben, dem Vorschlag nicht zu folgen, erklärt die CDU-Fraktion. "Für die CDU hat die Erziehung durch die Eltern grundsätzlich Vorrang vor institutioneller Nachmittagsbetreuung. Der Wille der Eltern ist für uns entscheidend. Offensichtlich gibt es, entgegen der Mitteilung des Bürgermeisters, eine deutliche Nachfrage der Eltern", sagt Markus Gronauer. Es gebe einen Grund, die Zahlen des Bürgermeisters zu bezweifeln: "Oder würden Sie ein Angebot bewerben, dass Sie gar nicht mehr anbieten wollen?" Daher sei es kein Wunder, dass die Nachfrage für die Betreuung bis 13 Uhr stetig sinke. Seine Forderung: "Umgehend sollte der allgemeine Bedarf für eine Übermittagsbetreuung erhoben werden." Auf deren Grundlage müsse dann die Verwaltung gemeinsam mit den Schulleitungen und Trägern eine Lösung erarbeiten, die dem Elternwillen entspricht und von den Einrichtungen zu leisten sei.

Auch wenn Werner Goller (SPD) aufgrund seiner beruflichen Vita ein erklärter Anhänger der Ganztagsschule ist, findet er, dass der Wunsch der Eltern nach dieser alternativen Betreuungsform seine Berechtigung habe. Aus Gesprächen habe er den Eindruck gewonnen, dass es eine große Zahl von Eltern gebe, die sich eine Betreuung von 8 bis 14 Uhr einschließlich des Mittagessens wünschen. "Wenn das angeboten würde, würde es viel mehr in Anspruch genommen werden", ist Goller überzeugt. Man müsse sich auch einfach eingestehen, dass manche Kinder für den Ganztag nicht geschaffen seien.

"Wir als FDP sind per se für die Wahlfreiheit der Eltern", erklärt Marion Prondzinsky (FDP). Auch sie wisse aus Elterngesprächen, dass eine Halbtagsbetreuung mit Mittagessen viele in Teilzeit arbeitende Mütter entlasten würde. Insofern sei das ein völlig legitimes Interesse der Eltern. "Uns steht es nicht zu, die Motive zu hinterfragen", sagt die FDP-Politikerin. Ihre Fraktion hätte es besser gefunden, die Gebührenpflicht für die Ogata beizubehalten und dafür in mehr Personal für die Hausaufgabenbetreuung zu investieren, die so, wie sie gehandhabt werde, die elterliche Kontrolle in keinem Fall ersetze. Auch für die Grünen hat der Halbtag eine Berechtigung. "Selbst wenn kein großer pädagogischer Anspruch dahinter steht - man weiß die Kinder gut betreut", sagt Manfred Poell. Er selbst habe die gemeinsame Mahlzeit am Mittag in der Familie geschätzt. "Wenn Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen, kann das auch pädagogisch wertvoll sein."

Quelle: RP
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