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Monheim
Ordensschwester hilft in Hochhaussiedlung

Monheim. Mit seinem "sozialen Brennpunkt" Berliner Viertel steht Monheim nicht allein. Ja, es findet sich sogar in "bester Gesellschaft", wenn man damit Städte meint mit bürgerlich-gediegenem Ruf. Gut 50 Monheimer erfuhren jetzt von einer Ordensschwester aus Bonn, dass es auch in der beschaulichen früheren Bundeshauptstadt einen Schmelztiegel gibt, eine Hochhaussiedlung mit Bewohnern, deren Familien überwiegend aus dem Ausland stammen. Schwester Pia ist in dieser Siedlung tätig und berichtete jetzt in zwei Veranstaltungen von ihrer Arbeit dort.

Insgesamt drei Nonnen der Ordensgemeinschaft vom armen Kinde Jesus unterstützten die Hochhaus-Bewohner im Bonner Norden. Es gehe um Behördengänge oder die Beschaffung von Kinderkleidung und Hausrat, sagte Schwester Pia vor Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Monheimer Bürger interessieren sich für ihren Globus" unter Leitung von Margret Jenniches sowie abends beim KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Pia selbst ist hauptsächlich im Arbeitslosenzentrum tätig. Sie weiß, wo den Menschen aus 120 Nationen (!) der Schuh drückt. "Möbel aus der Auflösung eines Nachlasses sind für viele Familien eine Chance, menschenwürdig zu leben", sagt die Ordensschwester.

Mit ihren zwei Mitschwestern lebt sie mitten unter den Zuwanderern. Die "Wohnung im Objekt" ermöglicht es den dreien, sehr "niederschwellig" zu helfen. Sie bauen Beziehungen auf, ermöglichen die Hilfe untereinander und fördern somit die Integration, wohl wissend, dass es wohl eine Zeit dauert, bis dies gelingt. Pias Mitschwester Nicola etwa ist für die Kinderbetreuung und die Nachhilfe bei Hausaufgaben zuständig - so, wie bereits Ordensgründerin Clara Fey in Aachen Anteil nahm am Schicksal von Waisenkindern und Kindern armer Eltern.

Ihre Entscheidung, im sozialen Brennpunkt zu leben und zu arbeiten, bereuen die Ordensschwestern nicht. "Der Heilige Geist hilft uns, alle Unwegsamkeiten und Herausforderungen zu bestehen", sagt Pia. In den Fragerunden thematisierte das Monheimer Publikum Aspekte wie den Zusammenhang von kulturellem Hintergrund und der Fähigkeit, sich der Mehrheitsgesellschaft anzunähern, oder auch den Wunsch mancher, wieder in die alte Heimat zurückzukehren.

(gut)
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