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Langenfeld
Paar bleibt auf Baumängeln sitzen

Langenfeld: Paar bleibt auf Baumängeln sitzen
Die Fußbodenheizung ist mangelhaft, der darüber verlegte Parkettboden knarrt unzumutbar. Marion und Heinz Watermann wollen, dass ihre Wohnung endlich in Ordnung gebracht wird. Sie berufen sich auf Gerichtsurteile FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Wohnungseigentümer Marion und Heinz Watermann warten trotz eines Gerichtsurteils auf hohen Reparaturbetrag. Von Stephan Meisel

Vor fünf Jahren hatten sich Marion (58) und Heinz (59) Watermann kennen- und liebengelernt, wenig später geheiratet. Das gemeinsame Zuhause der Haaner Bankkauffrau und des Kölner Informatikers sollte für beide verkehrsgünstig liegen: In Langenfeld erwarb das Paar 2010 eine etwa 130 Quadratmeter große und 290.000 Euro teure Neubauwohnung im Höver Feld - und handelte sich damit nach eigenen Worten einen Riesenärger ein. "Bis heute warten wir darauf, dass der Bauträger Lothar Ziska die von einem Gutachter festgestellten Baumängel an der Fußbodenheizung und am Parkettboden beseitigen lässt", sagt Heinz Watermann. "Das Landgericht Düsseldorf hatte im Juli die Ziska Bauorganisation GmbH verurteilt, hierfür 40.000 Euro an uns zu zahlen."

"Das ist ein Rechtsstreit mit hanebüchenen Forderungen", entgegnete Ziska auf Anfrage zu den Gerichtsentscheidungen, die unserer Zeitung vorliegen. Alle anderen Bewohner dieser nahe der Hardt gelegenen Siedlung seien "restlos zufrieden" mit der Qualität und Ausführung der rund 40 Ein- und Mehrfamilienhäuser. "Ich wohne selber in dieser Siedlung."

Doch beim Besuch unserer Zeitung in der Watermannschen Wohnung knarrt der Holzboden in unzumutbarer Weise. Und die Fußbodenheizung überhitzt hoffnungslos den Flur, wenn sie Wärme in die Wohnräume verteilen soll. Ein einvernehmlich beauftragter Gutachter stellte die Ursache fest: eine mangelhafte Dämmung der Leitungsrohre.

Auf dieser Grundlage verdonnerte das Landgericht im Dezember 2014 die Ziska Bauorganisation GmbH dazu, die Mängel an der Fußbodenheizung zu beheben und danach den Parkettboden ordnungsgemäß verlegen zu lassen. Auch die mit der vorübergehenden Ausquartierung verbundenen Räumungs-, Lager- und Hotelkosten sowie die Rechtskosten wies das Gericht der beklagten Firma zu. Weil die im Frühjahr 2015 aber nicht entsprechende Arbeiten veranlasste, holten sich die Watermanns im Juli besagten Gerichtsbeschluss ein: Danach muss die Ziska Bauorganisation GmbH 40.000 Euro als Kostenvorschuss überweisen, damit die Eheleute, die seinerzeit knapp 25.000 Euro der Kaufsumme einbehalten hatten, selber Fachfirmen beauftragen können. Doch dann die Ernüchterung: Die zur Zahlung verdonnerte Ziska Bauorganisation GmbH gibt es gar nicht mehr, sie firmiert seit Februar 2014 unter dem Namen KV Bauprojekt GmbH in Düsseldorf. "Die Firma wurde verkauft. Ich war nur Namensgeber, niemals Geschäftsführer", sagt Ziska. "Alle Forderungen gehen weiter. Das ist ein ganz normaler Vorgang."

Die Watermanns sehen das anders und sind empört. "Den Hinweis der Umfirmierung erhielten sowohl das Gericht als auch wir erst, nachdem das Gerichtsurteil bereits gesprochen wurde." Mit einem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beim Amtsgericht Düsseldorf wollen sie ihrer ausstehenden Forderung Nachdruck verleihen. "Wir wollen nicht Geld einheimsen, sondern erreichen, dass die erwiesenen Mängel behoben werden", betont Heinz Watermann. Und seine Frau ergänzt mit einem Seufzer: "In dieser Wohnung steckt unser ganzes Geld. Das ist unsere Altersvorsorge, damit wir später keine Miete zahlen müssen."

Quelle: RP
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