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Langenfeld
Patienten müssen fünf Stunden warten

Langenfeld: Patienten müssen fünf Stunden warten
Maria Wittke, Pflegedirektorin im St. Martinus Krankenhaus, kennt den großen Andrang in der Ambulanz im Oktober. FOTO: rm-
Langenfeld. Eine Langenfelder Schülerin hatte sich bei einem Motorradunfall verletzt. Ihr Hausarzt überwies sie in die Klinik. Von D. Schmidt-Elmendorff

Fünfeinhalb Stunden Wartezeit in der Notfallambulanz, um dann in ein Bett auf dem Flur der Station aufgenommen zu werden - trotz einer Einweisung ihres behandelnden Hausarztes wurde Nicole Henrichs durch das Triagierungssystem der Klinik offenbar als nicht so gravierender Fall eingestuft. Nach einem Motororadunfall am Sonntag im Bergischen Land war sie zunächst in einem Remscheider Krankenhaus behandelt worden. Da der Verdacht auf eine Brustwirbelfraktur bestand, sollte ein MRT gemacht werden.

Ihr Hausarzt überwies die 18-jährige Schülerin aus Langenfeld am Montag an das Richrather Krankenhaus. An der Rezeption hieß es zunächst nur, es würde "ein bisschen" dauern. "Ein dehnbarer Begriff", wie die junge Frau feststellen musste, denn erst nach nach fünfeinhalb Stunden bekam sie eigenen Angaben zufolge das erste Mal eine Ärztin zu Gesicht. Diese erklärte, dass man die Patientin für die Behandlung stationär aufnehmen müsse, jedoch kein Zimmer frei sein. Sie müsse mit einem Bett auf dem Flur vorlieb nehmen. Daraufhin verließ sie das Krankenhaus, um sich in Leverkusen behandeln zu lassen. "Dass überhaupt kein Bett frei ist, hätte man auch gleich sagen können", findet die 18-Jährige. So habe sie unter Schmerzen stundenlang dort ausharren müssen. Aber auch das Schicksal anderer Patientinnen ging ihr nahe: "Eine Frau verbrachte insgesamt acht Stunden in der Klinik, um sich einen Gips wechseln zu lassen." Eine andere habe weinend dagesessen, weil sich ihre OP-Wunde entzündet hatte.

"Im Moment ist es generell sehr voll in der Ambulanz: Wir haben einen extrem hohen Patientenzulauf", erklärt Maria Wittke, Pflegedirektorin im St. Martinus-Krankenhaus. Nicht nur die Wartezeiten verlängerten sich dadurch, auch die Stationen seien voll belegt. Dieser Andrang trete regelmäßig im Oktober und November auf und setzte sich bis Februar fort. "Auch geplante OPs verlagern die Leute gerne in den Winter," erklärt Wittke. Daher könne es vorkommen, dass Patienten einige Stunden in Betten auf den Fluren verbringen müssten, bis ein Zimmer freigemacht werden könne.

Bei der Aufnahme würden die Patienten nach der Dringlichkeit ihrer Behandlung eingestuft. "Wer mit dem Rettungswagen gebracht wird, ist meist ein akuter Notfall", sagt Wittke. Nach dem so genannten Manchester-Triage-System werde festgelegt, in welchem Zeitraum Patienten von einem Arzt gesehen und untersucht werden müssen. "Am Montag war es allerdings auch rappelvoll." Die Klinikleitung habe schon mal darüber nachgedacht, eine Bildschirmanzeige einzuführen, an Hand derer Patienten nachhalten können, wann sie in etwa dran sind. "Patienten im Wartezimmer kriegen ja nicht mit, wer von hinten gebracht wird", sagt Wittke. Konkret seien die Pläne noch nicht. Zum Fall der Schülerin merkt sie an, dass die Röntgenpraxis ein eigenständiger Betrieb ist. "Dort hätte sie sich direkt melden können."

Quelle: RP
 
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