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Noch Dreimal Schlafen
Pfarrer Becker freut sich aufs Krippenspiel

Noch Dreimal Schlafen: Pfarrer Becker freut sich aufs Krippenspiel
Pfarrer Peter Becker mit den vor zwei Jahren erstmals aufgestellten Krippenfiguren in der Baumberger Friedenskirche. Sie sind aus Ebenholz und wurden von Kunsthandwerkern in Tansania geschnitzt. Bei seinen Besuchen in der Partnergemeinde in dem ostafrikanischen Land durfte Becker nach eigenen Worten "erleben, dass der Glaube an die Menschwerdung Gottes dort noch das Wichtigste an Weihnachten ist". FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Seelsorger aus Baumberg sagt: Nach einem terminreichen Advent komme ich in der Christmette an Heiligabend zur Ruhe.

Als Pfarrer sind Sie gerade vor Weihnachten sehr beschäftigt. Womit zum Beispiel?

Becker Besonders mit den Feiern und Gottesdienstangeboten, vor allem an den Adventssonntagen. So wurden bei einem Familiengottesdienst mit den Kindern unserer Tagesstätte auch noch drei Kinder und eine erwachsene Person getauft.

Und das Krippenspiel?

Becker Verlangt einiges an Proben. Sie nehmen in der Adventszeit traditionell einen großen Raum ein - seit 31 Jahren ist das schon so. 35 Kinder sind diesmal dabei. In diesem Jahr geht es am Heiligen Abend um 15.30 Uhr um "Die Reise des kleinen Dreckstern". Neben den Krippenspielproben gehören aber auch Lieder, Bastelarbeiten und Adventsgeschichten zu den Gottesdiensten mit den Kindern und Familien.

Müssen Sie auch "handfeste" Arbeit leisten?

Becker Ja, beim Aufbau des Weihnachtsbaums im Kirchraum. Das haben wir auch diesmal wieder am Samstag vor dem 2. Advent erledigt. Die große Tanne ist in jedem Jahr eine Spende eines Gemeindemitglieds. Wir fällen den sechs bis zehn Meter hohen Baum mit etwa zehn Männern. Bauer Robert Bossmann ist uns beim Fällen und Abtransport mit seinem Traktor samt Hänger behilflich. Die größte Herausforderung ist es dann, den bis zu 400 Kilo schweren und breiten Baum durch die zu schmalen Türen der Kirche zu hieven. Es wird geschoben und gezogen, bis der Baum endlich in der Kirche ist. Da werden selbst hartgesottene Männer wieder zu Kindern.

Welche Feier vor Weihnachten fanden Sie diesmal besonders schön?

Becker Die Feier mit unseren Senioren am 2. Advent. Die Vorbereitung mit dem Eindecken und Schmücken der Tische und des Saales erfordert immer viel Mühe und Zeit. Ohne meine fünf ehrenamtlichen Helferinnen, die seit 30 Jahren dabei sind, sowie unseren Küster Frank Langrock könnten wir das nicht stemmen. Aber wenn ich in die strahlenden Kinderaugen des Langenfelder Kinder- und Jugendchores schaue, der in diesem Jahr unter der Leitung von Britta von Anklang mitgewirkt hat, und die Dankbarkeit der älteren Menschen erlebe, dann sage ich: Alle Mühen haben sich gelohnt.

Wie kommen Sie in all dem Trubel selbst zur Ruhe?

Becker Zur Ruhe finde ich in der Christmette um 23 Uhr. Hier stehen meine Predigt über den Ort der Geburt - eine einfache Krippe in einem Viehstall - und die Musik der Combo "Um Himmels Willen" im Mittelpunkt. Meine stillen Gedanken gehen dann auch zu unseren christlichen Geschwistern nach Tansania. Bei meinen Besuchen dort durfte ich erleben, dass die Familie und vor allem der Glaube an die Menschwerdung Gottes an Weihnachten noch das Wichtigste sind, weniger der Kommerz und der Konsum.

Ärgern Sie sich über "U-Boot-Christen", die nur an Heiligabend in der Kirche auftauchen?

Becker Überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich freue mich über jeden, der kommt. Alle sind mir herzlich willkommen.

Wie sieht Weihnachten im Hause Becker aus?

Becker Meine Frau Annemarie hält als Pfarrerin parallel die Christmette um 23 Uhr in der Altstadtkirche in Monheim. Ich bin hierzu in der Friedenskirche. Wenn wir beide nach Mitternacht nach Hause kommen, wartet schon eine Flasche Sekt auf uns. So lassen wir den Heiligen Abend gemütlich ausklingen.

VIOLA GRÄFENSTEIN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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