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Monheim
Pfarrer tauft Kinder mit echtem Rheinwasser

Monheim: Pfarrer tauft Kinder mit echtem Rheinwasser
Der evangelische Pfarrer Falk Breuer hat am Wochenende drei Babys und einen Jugendlichen auf dem Piwipper Böötchen getauft. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Premiere: Auf dem Piwipper Böötchen am Monheimer Rheinufer wurden am Samstag drei Babys und ein Jugendlicher getauft - mit echtem Rheinwasser. Von Isabel Klaas

Die wenige Wochen alte Paula Sophie Schneider lachte, als Pfarrer Falk Breuer ihr liebevoll echtes Rheinwasser aufs Köpfchen träufelte. Und das, obwohl ihr eine kalte Brise um die kleinen Ohren pfiff. Denn Paula wurde am Samstagmorgen zusammen zwei weiteren Kindern und einem Teenager nicht im sicheren Schiff der evangelischen Kirche in der Monheimer Altstadt getauft, sondern auf den schwankenden Planken der Piwipper Mini-Fähre. Das war eine Premiere für alle Beteiligten.

Eine Taufe hatte es schon mal vor zwei Jahren gegeben, allerdings auf Dormagener Seite, erzählt Heiner Müller-Krumbhaar, Vorsitzender des Böötchen-Vereins.

Die Idee zur Taufe an Deck hatte Pfarrer Falk Breuer. "Ich liebe Freiluft-Taufen - im Park oder im Deusser-Garten - und warum sollen wir hier in Monheim nicht auch mal an den Rhein gehen? Das ist doch im urbiblischen Sinne, denn auch Johannes der Täufer wurde im Jordan getauft", sagt Breuer. Nur wird das Wasser dort etwas wärmer gewesen sein. Falk Breuer hatte vorsorglich ein bisschen "laues Uferwasser" in eine Flasche gefüllt.

Das Interesse der Eltern, zur Taufe das Kirchenschiff mit einem richtigen Schiff zu tauschen, ist offenbar groß. "Ich hätte 20 Interessenten gehabt, aber der Platz ist nur begrenzt", sagt Breuer. Und so konnten dann am Samstag auf dem Böötchen auch nur Täuflinge, Eltern, Geschwister und Taufpaten bei dem großen Ereignis hautnah dabei sein, während die übrige Gemeinde auf der Kribbe am Anlegeplatz die Zeremonie verfolgte, die über Lautsprecher übertragen wurde. Ein kleines Tauftischchen war auf einem Hocker an Deck aufgebaut worden, auf dem die Taufschale der Kirche von 1858 stand.

Ein himmlisches Zeichen an diesem Morgen: Nur über dem Piwipper Böötchen schien sich im grauen Wolkenhimmel ein strahlend blaues Fenster zu öffnen, durch das ein paar Sonnenstrahlen auf die Gemeinde und die Täuflinge fielen. Der 14-jährige Louis war mit seinen Eltern Rolf und Bianca Mittelstädt 200 Kilometer weit aus Hessen angereist, um sich seinem verstorbenen Opa Karl-Heinz Mittelstädt zuliebe auf der Piwipp taufen zu lassen. "Der Opa war ein ganz großer Fan der Piwipp. Das hier würde ihn sehr freuen", sagte Bianca Mittelstädt. Louis hatte die Entscheidung zur Taufe getroffen, um danach zur Konfirmation gehen zu können.

Der zehn Monate alte Tim Abe machte auf dem Arm seines Vaters große Augen, als es aufs Boot ging. Er hatte einen richtigen Festtagsanzug mit Westchen und Hemd an, "darunter allerdings vorsorglich noch was Warmes", sagte seine Mutter Stefanie Abe. Und das war gut so, denn der Herbstwind blies kräftig auf dem Rhein. Das fand auch die drei Monate alte Lara Naumann im weißen Kleidchen auf dem Arm ihrer Mutter Melanie Scholer und weinte ein bisschen. Aber die Eltern freuten sich über den außergewöhnlichen Ort und die kleine Rundfahrt auf dem Rhein. Schließlich sind die vier Täufllinge alle echte Monnemer und nun auch noch mit echtem Rheinwasser getauft. Wenn das keine Besonderheit ist!

Quelle: RP
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