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Langenfeld
Pokémon-Jäger sind immer unterwegs

Langenfeld. Im Stadtgebiet lassen sich Spieler gut an ihrem gebeugten Gang erkennen. Therapeuten warnen vor Haltungsschäden. Von Kathrin Bochnia und Tanja Karrasch

Vor der Stadthalle jagt der 15-Jährige Philipp Wasserpokémon. Auch seinen Freund Marcel (14) hat er angesteckt. Nach nur einem Tag hat er schon Level acht erreicht. Ein Stück weiter Richtung Hajek-Steele kann man fast jeden Nachmittag auf Nando und Marvin treffen (beide 12). Auch sie jagen gerade Wasserpokémon. Dabei berichtet Nando stolz, dass er ganz knapp vor Level 20 ist. Für ihn sind die Langenfelder Stadtmitte und Richrath die besten Orte, um fündig zu werden. Sie jagen die kleinen Monster auch mal drei bis vier Stunden am Tag, allerdings nur, wenn das Wetter gut ist.

Das Pokémon-Fieber scheint nicht nachzulassen. Im Stadtgebiet lassen sich Spieler des Smartphonespiels Pokémon Go finden und erkennen: Blick aufs Handy gesenkt, als würden sie dem Navi folgen, immer wieder stehen bleibend und doch zurück in die andere Richtung laufend oder an den so genannten Arenen und Pokéstops sitzend. Auszumachen sind sie überall, ob vor der Stadthalle oder im Freizeitpark. Alle suchen die virtuellen Monster. Dabei spielt das Alter gar keine Rolle.

Ein richtiger Pokémon-Experte ist Dino Engelhardt (36). Er war schon früher offizieller Pokémon-Trainer und hat jung und alt die Nintendospiele erklärt. Nun befindet sich an seinem Café im Freizeitpark eine Arena sowie ein Pokéstop. Er kann von morgens bis abends Traumatos, Vulpix und Schiggys fangen, die ihm zur Folge dort häufig zu finden sind. Doch nicht nur während der Arbeit sammelt er die Monster. Er fährt auch mal gerne nach Düsseldorf zum Schloss Benrath oder in den Neulandpark nach Leverkusen um exklusive Pokémon zu fangen. Auch den Mediapark in Köln empfiehlt er für einen Pokémon-Ausflug.

Er ist nicht der Einzige, der sich nachts auf die Suche nach Pokémon macht. Nadja (22) erzählt, dass sie "schon über zwei Stunden in der Nacht 'rumgelaufen" ist, um Pokémon zu jagen.

Mediziner warnen alelrdings, dass durch die unnatürliche Haltung, mit der Spieler zocken, Nacken- und Schulterschmerzen, Verspannungen oder Haltungsschäden entstehen können. Seit fast zwei Jahren gibt es unter Orthopäden und Physiotherapeuten die Diagnose "Handy-Nacken". "Wird diese unnatürliche Körperhaltung über einen längeren Zeitraum eingenommen, besteht die Gefahr eines Haltungsschadens im Bereich der gesamten Wirbelsäule", sagt Verena Wolnowski, Leiterin der Physiotherapie am Helios Klinikum Niederberg. Die Neigung der Halswirbelsäule könne zu einem "Buckel" führen.

Quelle: RP
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