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Langenfeld
Politiker kurbeln den Wohnungsbau an

Langenfeld: Politiker kurbeln den Wohnungsbau an
Langenfeld. Das Gewos-Institut hat den Langenfelder Wohnungsmarkt untersucht. Nach kontroverser Debatte über das Gutachten befürworteten die Politiker mehrheitlich den empfohlenen Bau von Eigenheimen und preisgünstigen Appartements. Von Stephan Meisel

Etwa 2000 zusätzliche Wohnungen sollen in den nächsten Jahren in Langenfeld neu gebaut werden. Einerseits seien weitere Eigenheime für junge Familien wichtig, zudem müsse aber unmittelbar etwas gegen den Mangel an kleinen preisgünstigen Appartements getan werden. Diese und andere Empfehlungen gab Daniel Hofmann vom Berliner Gewos-Institut in seiner Wohnungsmarkt-Untersuchung für Langenfeld. Bei der Präsentation in einer gemeinsamen Sitzung verständigten sich Politiker des Planungs- und des Sozialausschusses darauf, dass die Ratschläge in einem Arbeitskreis mit örtlichen Wohnungsunternehmen und Verbänden aufgegriffen werden sollen.

Zuvor waren in der Diskussion über das im städtischen Auftrag erstellte Gewos-Gutachten die politischen Parteien aneinandergeraten. "Wir fühlen uns im Vorgehen der vergangenen Jahre bestätigt", meinte Rolf Kamp (CDU). Damit bezog er sich auf den vom Gutachter vorgeschlagenen Bau zusätzlicher Eigenheime für junge Familien, um trotz der Volksalterung bis 2030 die Einwohnerzahl von 59 000 zu halten. Kamp unterstrich auch die Empfehlung, mit mehr als 2400 neuen Wohnungen in den nächsten 15 Jahren weiteren Zuzug aus Düsseldorf und Köln zu ermöglichen.

Die gegenteilige Ansicht vertrat Dr. Günter Herweg (Grüne). Er zweifelte die von Gewos für Langenfeld in Aussicht gestellte Zahl von Zuzügen an und damit die Notwendigkeit, weitere Freiflächen zu bebauen. Auch seitens der SPD mahnte Heike Lützenkirchen, "nicht alles mit Einfamilienhäusern zuzukleistern". Wenn Familien ihre Wohnwünsche in Langenfeld erfüllen beziehungsweise zuziehen sollen, entgegnete Gutachter Hofmann, "sind aber neue Eigenheime nötig und nicht Geschosswohnungen".

Die Erste Beigeordnete Marion Prell stellte als wichtige Erkenntnis des Gutachtens heraus, dass trotz der erheblich gestiegenen Preise für Wohneigentum die Mieten weitgehend stagnierten. "62 Prozent der Mietwohnungen in Langenfeld fallen sogar in den preisgünstigen Sektor", entnahm Jürgen Brüne (CDU) dem Gutachten. Dies sei bemerkenswert, nachdem bislang die Zahl der Wohnberechtigungsscheine die Diskussion über sozialen Wohnungsbau bestimmt habe. Laut Gutachter verringert sich der heutige Bestand von 1015 Sozialwohnungen in den nächsten Jahren auf 910. Zudem bleiben Mieter nach Prells Angaben in der Regel auch dann in solchen vergünstigten Wohnungen, wenn sich ihre finanzielle Situation verbessert hat und sie die Vergaberichtlinien nicht mehr erfüllen.

Immerhin entstehen demnächst an der Weberstraße 60 neue Sozialwohnungen. Zudem werde, so Hofmann, immer wieder dann bezahlbarer Wohnraum frei, wenn jemand aus Langenfeld in die eigenen vier Wände umzieht. Stephan Lauber (SPD) bezeichnete den von Gewos empfohlenen Bau von preisgünstigen Kleinstwohnungen als Uraltforderung seiner Partei. "Auch wir", versicherte CDU-Ratsherr Brüne, "halten dies für wichtig."

Quelle: RP
 
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