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Richrath
Politiker loben Richrather Kirchenpläne

Richrath. Im Planungsausschuss gab es kaum Einwände gegen das bei Nachbarn umstrittene Bauvorhaben. Von Stephan Meisel

Der Parkplatz für 16 Autos vor der evangelischen Lukaskirche an der Kaiserstraße dürfe bei den anstehenden Umbauten auf dem Kirchengrundstück nicht wegfallen. Mit dieser Forderung hatte die Gemeinschaft Richrather Geschäftsleute (GRG) einen Ratsantrag begründet. Doch weil ein ursprünglich erwogener Kirchenanbau zur Straße hin mittlerweile vom Tisch ist, zog die GRG vor der Sitzung des Planungsausschusses ihren von 40 Anwohnern unterstützten Antrag auf einen entsprechenden Bebauungsplan zurück. Gleichwohl beschäftigten sich die Politiker am Donnerstagabend mit den Bauplänen auf dem großen Kirchengrundstück, die beim Infoabend vor einer Woche einige direkte Anwohner empört hatten. Die Politiker im Ausschuss äußerten indes kaum Einwände.

Als stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende hatte Pfarrerin Annegret Duffe eingangs der Sitzung auf die Finanznöte der Evangelischen Gemeinde und das daraus abgeleitete Sparkonzept hingewiesen. "Wir gehen von einem strukturellen Defizit von 500.000 Euro aus." Architekt Konstantin Pichler erläuterte die Vorhaben auf dem Richrather Grundstück, die einerseits Kosten senken und andererseits Mieteinnahmen erzielen sollen. Heute stehen auf dem Gelände entlang des Burbachs fünf Gebäude, von denen nur die Lukaskirche und der Jugendtreff Alte Schule erhalten bleiben. Abgerissen werden die beiden nicht mehr genutzten Pfarrhäuser und das Gemeindehaus gleich hinter der Kirche. Neu hinzu kommen laut Pichler ein kleinerer Kirchenanbau an der Südseite, ein bis zu dreistöckiges Mehrfamilienhaus mit 15 Mietwohnungen sowie ganz hinten nahe der Wilhelm-Boddenberg-Straße ein zweigeschossiges Gebäude für 14 behinderte Menschen im Betreuten Wohnen. Pichler räumte ein, dass für einige Nachbarn der Wegfall des gewohnten Blicks ins Grüne nicht angenehm sei.

Während Dieter Braschoss (CDU) das Vorhaben rundherum lobte ("Es wird Richrath aufwerten"), bedauerten Stephan Lauber (SPD) und Dr. Günter Herweg, dass keine Sozialwohnungen vorgesehen sind. "Zur Finanzierung des Gesamtprojekts müssen wir mit diesen Mietwohnungen ja entsprechend hohe Einnahmen erzielen", entgegnete Duffe. Die Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen sollen einen hohen Standard haben und für zahlungskräftige Mieter interessant sein. Hanna Paulsen-Ohme (FDP) sieht die Wohnungen wegen der Größe und der Lage mitten im Richrather Ortskern besonders gut für Senioren geeignet, denen ihr Eigenheim mit Garten für sich allein zu groß ist. "Durch einen Umzug werden dann solche Häuser frei, die für junge Familien erschwinglich sind."

Quelle: RP
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