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Langenfeld/Monheim
Polizei trainiert Schüler auf dem Rad

Langenfeld/Monheim: Polizei trainiert Schüler auf dem Rad
Hauptkommissarin Ilka Steffens übt mit den Schülern den Schulterblick. Dabei müssen sie sich die Anzahl der erhobenen Finger merken. "Das ist schwierig, weil die Kinder dabei auch ihr Gleichgewicht halten müssen", sagt sie. FOTO: Matzerath
Langenfeld/Monheim. 2014 verunglückten in Langenfeld zwölf Kinder, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, in Monheim waren es sieben. Von Petra Czyperek

Schulterblick, Handzeichen geben und dann nach links abbiegen: Viele Grundschüler schaffen es nicht, sich sicher im Straßenverkehr fortzubewegen. "Voll tauglich sind Kinder dafür eigentlich auch erst mit 14 Jahren", sagt Verkehrssicherheitsberater Reimar Giesen. Er bereitet die Langenfelder Viertklässler auf die Fahrradprüfung vor. "Bei Jüngeren ist die Reaktionsfähigkeit noch nicht voll ausgebildet." Im Alter von zehn Jahren könnten Kinder Entfernungen und Geschwindigkeiten kaum richtig einschätzen. Das Gefahrenbewusstsein sei erst bei Zwölfjährigen komplett vorhanden. Diese Fähigkeiten müssten immer wieder trainiert werden, zunächst auf ruhigen Wohnstraßen, später auch auf stärker befahrenen Strecken. "Das soziale Umfeld spielt ebenfalls eine große Rolle", ergänzt Hauptkommissarin Ilka Steffens, die die Monheimer Schüler fit macht. Natürlich gebe es Problemviertel, in denen die Familien andere Prioritäten setzen und kaum am Wochenende gemeinsam mit ihren Kindern auf dem Rad unterwegs seien.

Zum Trainigs-Auftakt für diese Saison traten jetzt 29 Schüler der Monheimer Leo-Leonnie-Schule auf dem großen Pausenhof an. Sie hatten bereits zuvor im Sportunterricht fleißig geübt. Nur zwei Kinder waren ohne eigenes Rad gekommen und durften Leihräder der Schule benutzen. Till (10) zeigte stolz den Aufkleber, der bedeutet, dass er den Check bestanden hat. Ilka Steffens hatte zuvor die Drahtesel der Kinder auf ihre Verkehrssicherheit kontrolliert und bei ihm keine Mängel entdeckt. Bei Sofie (10) fehlten hingegen die Katzenaugen und Rahmans (11) Rad hatte keine Beleuchtung. Das sei im Dunkeln sehr gefährlich, verwarnt ihn die Beamtin.

Dann stiegen die Mädchen und Jungen auf den Sattel. "Schulterblick nicht vergessen", ruft Sara Eisner, Klassenlehrerin der 4 a, ihnen noch zu. Bei rund drei Viertel ihrer Schützlinge hat die Pädagogin das Gefühl, sie seien schon sicher unterwegs. Doch bei einigen geht sie davon aus, "sie sind bisher kaum gefahren". "Man sieht sofort, welches Kind schon Erfahrung mitbringt", sagt Experte Reimar Giesen. Es sei jedoch nicht die Aufgabe der Lehrer und Polizeibeamten, den Kindern die Grundkenntnisse zu vermitteln. Dabei können die lebenswichtig sein: In Monheim verunglückten beispielsweise im vergangenen Jahr sieben Kinder mit dem Fahrrad (insgesamt ereigneten sich 15 Unfälle mit Kindern). In Langenfeld waren es im selben Zeitraum zwölf Mädchen und Jungen (bei insgesamt 28 Verkehrsunfällen mit Kindern). "Ich wünsche mir, dass die Zahl auf Null zurückgeht", sagt Ilka Steffens. Valdon und Maurice (beide 10) macht das Radfahren keine Probleme und außerdem viel Spaß. "Seitdem ich drei Jahre alt bin, fahre ich Rad. Und ich bin viel am Rhein unterwegs", sagt Maurice. Sein Kumpel Valdon schwingt sich immer auf den Drahtesel, wenn er zum Fußballtraining muss. Bis zu den Sommerferien werden fast alle Viertklässler in Langenfeld und Monheim in Theorie und Praxis geprüft. "Die Schulen müssen sich dafür bei uns anmelden", sagt Giesen.

Quelle: RP
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